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Fortuna Düsseldorf: Die Leistungskurve zeigt nach unten

Fortuna Düsseldorf : Die Leistungskurve zeigt nach unten

Die Defizite der Düsseldorfer sind erschreckend. Wenn sie sich nicht deutlich verbessern, steigen sie nicht auf.

Die katastrophale Leistung bei der 2:3-Niederlage gegen Erzgebirge Aue wurde anschließend noch von gleichermaßen falschen wie peinlichen Erklärungen getoppt. Düsseldorfs Mittelfeldregisseur Michael Liendl meinte allen Ernstes, Fortuna sei die bessere Mannschaft gewesen.

Trainer Oliver Reck, unter dessen Leitung die Leistungskurve eindeutig nach unten zeigt, gab sich selbstbewusst anstatt selbstkritisch und scheute sich nicht, seine Verteidiger in die Pfanne zu hauen. "Wir waren nicht zu offensiv", sagte er, nachdem sich seine Mannschaft hatte par excellence auskontern lassen. "Es lag an den Verteidigern — außen wie innen." Bei Fortuna werden die Augen fest vor der Realität verschlossen. Dabei werden Erinnerungen an noch nicht allzu lange zurückliegende Zeiten wach.

Zwei Jahre ist es her, da verpatzte die Fortuna das erste Heimspiel des Jahres gegen Augsburg mit 2:3. Auch damals war vom Pech die Rede, beinahe sei noch ein 3:3 erreicht worden und man stehe doch insgesamt gut da. Am Saisonende stieg Fortuna aus der Bundesliga ab, und auch diesmal deutet alles darauf hin, dass das Saisonziel verfehlt wird.

Gegen Aue präsentierte sich die Mannschaft ausnahmslos in einer Verfassung, die jener des Vorjahres ähnelte, als mit 1:6 gegen Paderborn verloren wurde. Die zugegebenermaßen neuformierte Abwehr glich einem Hühnerhaufen, anstatt eines Spielaufbaus gab es meist hohe, planlose Bälle nach vorn und keine herausgespielten Chancen. Wäre nicht ein Abstiegskandidat wie Erzgebirge Aue, sondern ein etwas stärkerer Gegner zu Gast gewesen, wäre die Niederlage auch diesmal höher ausgefallen.

Fortuna wurschtelt sich seit Monaten durch. Aus den letzten acht Spielen hat die Mannschaft seit Mitte November lediglich acht Punkte geholt — die Ausbeute eines Abstiegskandidaten. Dabei gab es Niederlagen unter anderem gegen VfR Aalen, SV Sandhausen und Aue. Diese Gegner, die nicht gerade zum Besten gehören, was die zweite Liga zu bieten hat, legten schonungslos die spielerischen, vor allem aber auch konzeptionellen Schwächen offen.

Jolitz: "Mit jeder Verteidigung Schiffbruch erlitten"

Wenigstens Manager Helmut Schulte scheint der Blick auf die Realität nicht verstellt. "Eine verdiente Niederlage, wenn man zuhause drei Gegentore bekommt", gab er zu Protokoll. "Das ist meistens nicht mehr zu reparieren. Die Gegentore zwei und drei sind durch einfache Konter fast identisch gefallen — das ist traurig."

Inzwischen ist auch nicht mehr zu übersehen, dass die Kluft zwischen Manager Helmut Schulte und Trainer Oliver Reck immer größer wird. Schulte ist ein Verfechter des kontrollierten Spiels. Ein 1:0 ist ihm lieber als ein 4:3, "weil wir dann keinen Fehler gemacht haben". Reck liebt das Spektakel, das die Fans allerdings nur im Erfolgsfall vorziehen.

In Leipzig hat Sportdirektor Ralf Rangnick, der in dieser Saison aufsteigen will, sofort konsequent gehandelt, als die Differenzen zu Trainer Alexander Zorniger deutlich wurden. So weit sind sie bei der Fortuna noch nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna - Aue: Einzelkritik

(RP)