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Fortuna Düsseldorf: Reck erlebt sein taktisches Waterloo

Fortuna Düsseldorf : Reck erlebt sein taktisches Waterloo

Oliver Reck setzte ganz auf die Karte Offensive – und verlor. Der Trainer von Fortuna Düsseldorf musste von der Bank aus mit ansehen, wie der bisherige Tabellenvorletzte FC Erzgebirge Aue sein taktisches Konzept aushebelte und mit 3:2 die Punkte aus der Arena entführte.

Oliver Reck setzte ganz auf die Karte Offensive — und verlor. Der Trainer von Fortuna Düsseldorf musste von der Bank aus mit ansehen, wie der bisherige Tabellenvorletzte FC Erzgebirge Aue sein taktisches Konzept aushebelte und mit 3:2 die Punkte aus der Arena entführte.

Es war besonders für Dustin Bomheuer ein bitterer Abend, denn die Hoffnungen des früheren Duisburgers, sich durch eine gute Leistung doch noch für einen neuen Vertrag zu empfehlen, gingen im Wirbel der flinken Sachsen unter.

Bomheuers Einsatz an der Seite Bodzeks war alles andere als eine Überraschung — schließlich hatte Reck nach den Sperren von Jonathan Tah (Gelb-Rot) und Bruno Soares (fünfte Gelbe Karte) aus dem KSC-Spiel kaum eine andere Wahl. Dass die neuformierte Innenverteidigung jedoch eine zahlenmäßig so geringe Unterstützung aus dem Mittelfeld erfuhr, hatte vorab kaum jemand auf dem Zettel. Statt der gewohnten Doppel-Sechs agierte Michael Liendl im Wechsel mit Oliver Fink einzeln auf der wichtigen Position vor der Abwehr — Recks Reaktion darauf, dass nach Christian Gartner (Außenbandriss im Sprunggelenk) auch Sergio da Silva Pinto erneut ausgefallen war.

Somit fand sich eine zumindest nominell sehr offensive Formation auf dem Rasen wieder, da der Chefcoach zudem dem australischen Nationalspieler Ben Halloran überraschend den Vorzug vor Ex-Kapitän Andreas Lambertz gegeben hatte. Bei so vielen auf Angriff geeichten Teamkollegen schien eine Menge Arbeit auf die neue Deckungszentrale zuzukommen. Sportvorstand Helmut Schulte nahm seinen Trainer in Schutz: "Wenn man aus dem Rathaus kommt, ist man immer schlauer. Die Mannschaft hat sich ja so ein bisschen von alleine aufgestellt." Die Personalie Lambertz wollte er erst gar nicht aufkommen lassen. "Das ist sicherlich nicht das entscheidende Thema gewesen, warum wir das Spiel verloren haben."

Erster Versuch nach wenigen Sekunden

Bereits nach 24 Sekunden erfolgte der erste Warnschuss, den Torhüter Michael Rensing gegen Fabian Müller freilich noch entschärfen konnte. Versuch Nummer zwei traf Fortuna jedoch ins Mark: Aue konterte die zu weit aufgerückten Düsseldorfer klassisch aus, und der frühere Münchner "Löwe" Bobby Wood deckte beim Abschluss das schwache Stellungsspiel der Gastgeber schonungslos auf. Zwar musste Bodzek wegen einer Platzwunde am Kopf anschließend minutenlang behandelt werden, doch das dürfte kaum der Grund dafür gewesen sein, dass Wood und Sturmkollege Stefan Mugosa sich nach Herzenslust durch die Fortuna-Reihen kombinieren konnten.

So war schon frühzeitig klar, dass alle Ideen, die Reck mit seiner Taktik gehabt haben mochte, nicht aufgingen. Offensives Denken in Ehren: Was Fortuna am Freitag praktizierte, grenzte jedoch an Harakiri. Die Leidtragenden waren nicht zuletzt Bodzek und Bomheuer, die wohl nicht mehr allzu oft als Duo zusammenspielen dürften. Zwar machten sie viele Fehler, doch das Hauptproblem steckte im System.

Reck sah das überraschenderweise ganz anders. "Beide "Sechser" haben ihre Aufgaben erfüllt. Die Fehler kamen mehr aus der Verteidigung, dort hätten wir den Zugriff auf die Gegner haben müssen. So haben wir die Gegnentore bekommen", erklärte der Trainer den verdutzten Journalisten vor Ort.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Aue düpiert Fortunas Abwehr beim 1:3

(jol)