DFB-Pokal: Felix Magath kehrt nach München zurück

DFB-Pokal : Felix Magath kehrt nach München zurück

Düsseldorf (RPO). Er hat Rekorde aufgestellt beim FC Bayern. Aber verehrt hat man ihn nie. Zweimal in Folge gewann Felix Magath mit den Münchnern das Double, die Meisterschaft und den Pokal. Doch bei der ersten ernsthaften Schwächeperiode lösten die Bosse den ungeliebten Trainer vor gut einem Jahr dankbar ab.

Nun kommt er zum zweiten Mal in die Münchner Arena zurück. Nach der 1:2-Niederlage in der Meisterschaft Ende November will Magath den besten deutschen Klub mit dem VfL Wolfsburg heute Abend im Halbfinale des DFB-Pokals (20.30 ARD/LIVE!-Ticker) mal so richtig ärgern.

Sein Rezept: "Wir müssen eine Leistung wie beim 1:0-Erfolg in Bremen am Sonntag zeigen. Unser Abwehrzentrum war gut organisiert und strukturiert. Dann sind wir eine unangenehme Mannschaft." Das passt. Denn Wolfsburg pflegt mit Erfolg das Image des Gegners, den niemand mag.

Der Verein gilt bei den Fans nicht ganz zu Unrecht als Plastik-Klub von Volkswagens Gnaden. Und die Mannschaft hat sich mit ihrem extrem unbequemen Stil den Ruf des erfolgreichsten Erstliga-Teams 2008 erspielt. Siege auf Schalke, in Bremen und in der Viertelfinal-Verlängerung gegen den Hamburger SV unterstrichen die neuen Qualitäten der Multi-Kulti-Auswahl aus Niedersachsen.

Die Gegner prallten jeweils an der flexiblen Abwehr wie von einer Gummiwand ab, und vorn verwerteten der nicht nur körperlich höchst eindrucksvolle Stürmer Grafite und der mit allen fußballerischen Ölen gesalbte Marcelinho eiskalt die wenigen Gelegenheiten, "Eine sehr gute Mannschaft, der man so langsam den Stempel von Felix Magath ansieht", sagt Bayerns Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger.

Hoffnung auf Münchner Überheblichkeit

So viel Wertschätzung für Magath ist neu in München. Deshalb darf sich der ehemalige Nationalspieler, der in Wolfsburg Trainer, Geschäftsführer und Sportdirektor ist, von der Hoffnung verabschieden, dass die Bayern ähnlich wie beim 0:2 am Samstag in Cottbus mit fröhlicher Überheblichkeit in die Begegnung gehen. "Wir können uns abschminken, dass sie uns unterschätzen", erklärt Magath, "für die Bayern wäre es eine absolute Blamage, nicht in das Finale einzuziehen."

Die beiden schlappen Vorstellungen in der Lausitz und zuvor im Uefa-Cup-Heimspiel gegen den RSC Anderlecht (1:2) werden den großen Favoriten ohnehin zu vermehrten Anstrengungen aufrufen. "Wir hatten jetzt zwei schlechte Spiele. Da wird es kein drittes geben", versichert Torwart Oliver Kahn. Dazu soll der begnadigte Verteidiger Martin Demichelis beitragen, den Trainer Ottmar Hitzfeld vor dem Spiel in Cottbus aus dem Kader warf, weil der Argentinier sich weigerte, im Mittelfeld zu spielen.

Derweil sorgt sein Abwehr-Kollege Lucio für Gesprächsstoff. Er hat angeblich ein Angebot des spanischen Erstligisten FC Barcelona erhalten, und er drückt seine Verbundenheit zu den Bayern so aus: "Ich habe schon gesagt, dass mich die Ligen aus Spanien, Italien und England, die drei stärksten der Welt, reizen. Wenn Interesse aus diesen Ländern gezeigt wird, gefällt mir das sehr. Und es würde mich freuen, wenn es klappen würde." Die Münchner erklären ihrerseits, dass sie den Brasilianer gern behalten würden. Der Handel ist damit eröffnet.

(RP)