Dokumenation auf DAZN: Mario Götze kritisiert Ex-Trainer Peter Stöger und Pep Guardiola

Dokumentation „Being Mario Götze“: Götze kritisiert seine Ex-Trainer Stöger und Guardiola

Mario Götze ist mit seinem Tor zum WM-Sieg 2014 in die deutsche Fußballgeschichte eingegangen. Diesmal steht er nicht im Kader der Nationalmannschaft. In der vierteiligen Dokumentation „Being Mario Götze“ auf DAZN spricht er über Leistungsdruck und kritisiert seine Ex-Trainer Stöger und Guardiola.

Mario Götze hat eine schwierige Saison hinter sich. Trainer Peter Stöger verbannte ihn bei Borussia Dortmund immer wieder auf die Bank. Am Ende kostete auch das den WM-Helden von 2014 die Teilnahme an der WM in Russland. Tiefpunkt in der Beziehung zwischen Götze und dem ehemaligen Dortmund-Trainer dürfte das Europa-League-Achtelfinale gewesen sein. Der BVB schied nach schlechter Leistung gegen RB Salzburg aus. Stöger wechselte Götze zur Halbzeit aus und kritisierte ihn später vor den Journalisten für seine Leistung in dem Spiel.

„Es war in der Situation definitiv nicht richtig, sich da einen rauszupicken und mich quasi hinzustellen und zu sagen, ich sei ein personifizierter Misserfolg“, sagt Götze in der DAZN-Dokumentation über die Situation. „Ich persönlich hätte nicht damit gerechnet, dass er mich, als mein Trainer, öffentlich so hart kritisiert. Und ich war sehr, sehr enttäuscht auch von der Art und Weise, weil es immer sehr schwierig ist, über die Öffentlichkeit zu kommunizieren. Ein persönliches Gespräch wäre gar kein Problem gewesen. Da bin ich der Erste, der kritikfähig ist und sich die Sachen anhört. Von daher fand ich, dass es nicht die feine Art war. Ich kannte es in der Form auch nicht und habe es auch so noch nie erlebt", zitiert DAZN den Mittelfeldspieler in der Ankündigung zu der Doku.

Aber nicht nur mit Stöger rechnet der 26-Jährige ab. Auch Pep Guardiola, Götzes Trainer bei Bayern München, kommt nicht gut weg. Dem Trainer des englischen Meisters Manchester Citiy wirft Götze fehlende Empathie vor: „Pep Guardiola war fachlich einer der besten Trainer, eine enorme Bereicherung. Ich hatte aber das Gefühl, dass er nur in dem Raster denkt und den Menschen und das Drumherum außen vorlässt. Die Empathie war nicht so ausgeprägt.“

Gerade weil er vom BVB die väterliche Art von Jürgen Klopp gewohnt gewesen war, sei die Umstellung auf Guardiola für ihn nicht leicht gewesen. „Pep war der komplette Unterschied. Für einen Weltklasse-Trainer gehört Empathie dazu, jeder Sportler ist auch Mensch und man sollte beides vereinen", findet Götze.

Nicht mit Aufregung um den Bayern-Wechsel gerechnet

Als Guardiola die Bayern 2016 verließ, war allerdings auch für Götze Schluss in München. Nach der Saison unter dem Spanier hatte er sich entschieden, nach drei Jahren zurück nach Dortmund zu gehen. 2013 hatte Götze mit seinem Wechsel zum Erzfeind Bayern noch für Wut und Ärger bei den Dortmundern gesorgt. Auch sein damaliger Trainer und sportlicher Ziehvater Klopp war von der Entscheidung überrascht, wie er in der Dokumentation berichtet: „Ich habe gar nicht damit gerechnet. Einen Tag nach dem Weiterkommen gegen Malaga, eines der größten Spiele unser aller Karrieren. Michael Zorc am Trainingsgelände sagte zu mir: 'Wir müssen kurz reden. Mario geht zu Bayern.“ Ich habe mich umgedreht, bin aus dem Büro gegangen, nach Hause gefahren, habe mich ins Bett gelegt. Wir hatten am Abend eine Filmpremiere von Wotan Wilke-Möhring. Meine Frau war schon fertig gemacht und stand da, um loszugehen. Ich meinte nur: 'Heute Abend geht gar nichts.' Es ist nur Fußball, aber der Zeitpunkt hat mich wirklich getroffen.“

Götze selbst bezeichnet die Entscheidung nach München zu wechseln heute als egoistisch: „Im Nachhinein kann man sagen, dass es egoistisch war, aber im Endeffekt ist es auch Leistungssport. Man hat vielleicht nur zehn bis 15 Jahre auf dem Niveau.“

Den Körper überfordert

Wieder in Dortmund angekommen, fiel er dort monatelang wegen einer Stoffwechselerkrankung aus. Auch über diese Zeit spricht Götze ungewohnt offen in der Dokumentation. „Mehr machen als die anderen“ - das sei immer sein Gedanke gewesen, sagt Götze. Er habe sich zu viel zugemutet und sich körperlich überfordert. Am Ende habe er die Reißleine ziehen müssen. „Es war eine sehr frustrierende Zeit. Wenn man eine Verletzung hat, ist es einfach: Der Knochen oder das Band heilt wieder, dann ist es gut. Aber zu verstehen, dass es auf einer anderen Ebene nicht rund läuft, das zu begreifen und zu verarbeiten, war die größte Herausforderung“, sagt der 26-Jährige. Heute wisse er, dass es gut ist, dem Körper auch mal Zeit zu geben.

Die vier Teile der Dokumentation, die ab Samstag, 19 Uhr, beim Sportstreaming-Dienst DAZN gezeigt werden, zeigen nicht nur Götzes Verhältnis zu seinen Trainern. Sie zeigen auch, wie schwer sich Götze mit dem Leistungsdruck nach dem WM-Gewinn getan hat. DAZN veröffentlicht bis Dienstag jeden Abend eine Folge.