Krefeld Pinguine: Alles nur reine Kopfsache

Acht Niederlagen in Folge: Alles reine Kopfsache bei den Pinguinen

Nach nun acht Niederlagen in Folge sind die Aussichten der Krefelder auf Platz zehn fast bis auf den Nullpunkt gesunken. Die Pause kommt zur rechten Zeit. Torwart Dimitri Pätzold bittet die Fans um Unterstützung.

Der Stachel der Enttäuschung saß im Lager der Pinguine nach der Derby-Niederlage gegen Köln ziemlich tief. Fans und Spieler sind nach der achten Pleite in Folge so frustriert wie noch nie in dieser Eiszeit. Das gilt besonders für Daniel Pietta, der nach seinem späten Anschlusstreffer mit großem Einsatzwillen voranging und das Spiel unbedingt drehen wollte. Er forderte die Fans gestenreich auf, das Team in den Schlussminuten zu unterstützen. Das zeigte auf den Rängen Wirkung, wo es bis dahin ungewöhnlich still geblieben war. Hinterher wurde von einem Stimmungs-Boykott gesprochen, was die Verantwortlichen des Fan-Projekts allerdings nicht bestätigten. Friedhelm Funkel, auch als Trainer des Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf immer noch ein Fan der Pinguine, wunderte sich in der zweiten Drittelpause über die mangelnde Unterstützung von den Rängen: „Die Fortuna-Fans würden uns in so einem wichtigen Spiel auch nach einigen Niederlagen noch toll unterstützen.“

Auch wenn man der Mannschaft im Duell mit den Haien den notwendigen Einsatzwillen nicht absprechen konnte, sprang der Funke nicht vom Eis auf die Ränge oder umgekehrt herüber. Torwart Dimitri Pätzold, der Sonntag Geburtstag hatte und dessen Familie deswegen aus Erding angereist war, appellierte am Montag per Facebook an die KEV-Fans, das Team nicht im Stich zu lassen: „Gebt uns nicht auf. Wir brauchen eure Unterstützung mehr denn je. Wir werden bis zum Schluss jeden Stein umdrehen.“

Pietta will sich trotz fehlender Rückendeckung nicht unterkriegen lassen: „Wir haben weiter eine gute Stimmung im Team und lassen uns von der Berichterstattung in Teilen der Presse und durch die Kommentare in den sozialen Medien nicht von unserem Weg abbringen. Nach den acht Niederlagen in Folge war das gegen Köln ein Schritt in die richtige Richtung. Mit dieser Leistung werden wir noch reichlich Punkte holen. Wenn es am Ende nicht reicht, haben wir uns das selber zuzuschreiben. Es lag am Ende dann daran, dass wir in vielen Spielen nicht über die gesamten 60 Minuten unser bestes Eishockey gespielt und deshalb Punkte liegen gelassen haben. Wir haben schon gezeigt, dass wir auch gegen die Großen der Liga gewinnen können. Aber wir sind nicht München oder Mannheim, die mal im Vorbeigehen bei den Kleinen der Liga die Punkte mitnehmen.“ Der Nationalspieler haderte mit dem Pech: „Gegen Köln haben wir 60 Minuten gut gespielt, aber unsere Überzahl nicht genutzt. Wir hatten auch teilweise die Scheiße am Schläger und wir hätten einen Penalty bekommen müssen.“ Das sieht auch Torwart Pätzold so: „Ich glaube, ein paar Schiedsrichterentscheidungen waren nicht in Ordnung.“ Für den Routinier kommt es jetzt darauf an, mit dem Druck umgehen zu können: „Ich denke, es ist im Augenblick eine Sache der Psyche. Am Freitag konnten wir mit dem Druck nicht umgehen, am Sonntag schon. Es sind jetzt alles keine normalen Spiele mehr. Jedes Spiel hat seinen eigenen Charakter.“

Auch für Matthias Roos ist der Kampf um einen Platz in den Pre-Play-offs reine Kopfsache: „Vor Weihnachten haben wir unser bestes Hockey gespielt aber sieben von acht Spiele verloren. Dann haben wir sechs Spiele in Folge gewonnen, aber nicht so gut gespielt. Viele haben dann schon von Platz sechs gesprochen, dabei aber Wunsch und Wirklichkeit völlig falsch eingeschätzt. Dann folgten zwei, drei Niederlagen, wodurch der Druck sehr groß wurde. Diesem Druck haben wir zuletzt nicht standgehalten. Die Länderspiel-Pause ist nun wichtig. Ich gehe davon aus, dass danach auch Greger Hanson und Travis Ewanyk wieder mitspielen können.“ Der Sportdirektor hofft im Heimspiel gegen Wolfsburg auf einen Sieg: „Mannschaft und Zuschauer brauchen jetzt ein Erfolgserlebnis, dann können noch mal neue Kräfte frei gesetzt werden. Es könnte ja sein, dass wir nach Siegen gegen Wolfsburg und in Berlin schon Zehnter sind. Ansonsten stecken wir tief in einer Abwärtsspirale. Es ist schon erstaunlich, dass wir nach acht Niederlagen in Serie noch Zehnter werden können, weil Berlin auch immer verliert.“

Mehr von RP ONLINE