Logischer Schritt, hoher Preis

Logischer Schritt, hoher Preis

Politik wirkt: Vor zwei Jahren hatten sich die Marktführer unter dem Druck der Energiewende aufgespalten. Richtig überzeugend war das nie, denn Mütter wie Töchter blieben Stromerzeuger.

Nun gehen sie den nächsten logischen Schritt: Eon kappt seine historischen Wurzeln. Wenn der letzte Atommeiler abgeschaltet ist, wird Eon Strom nur noch durchleiten und verkaufen. Eon wird zu einer stabilen, etwas langweiligen Netzgesellschaft. RWE dagegen wird das Kraftwerk der Nation: RWE wird braunen Strom (immer weniger) und grünen Strom (immer mehr) erzeugen. RWE-Chef Schmitz wird der starke Mann der Branche. Aus Sicht beider Konzerne ist der Schritt folgerichtig. Innogy wird zur Fußnote der Wirtschaftsgeschichte.

Verlieren dürften die Stromkunden. Zwar ist der Wettbewerb höher als früher, doch ein großer Anbieter fällt weg. Schon jetzt geben Konzerne sinkende Börsenpreise nicht an ihre Kunden weiter. Zudem wächst mit der Bedeutung von RWE die Gefahr, dass Verbraucher oder Fiskus einspringen müssen, wenn RWE auf Druck der Klimapolitiker Kraftwerke abschalten muss. Nur wenn Konzern und Politik der Versuchung widerstehen, RWE mit staatlich organisierter Hilfe abzusichern, ist der Deal überzeugend.

(anh)