Massive Beeinträchtigungen: Griechen streiken gegen neues Sparprogramm

Massive Beeinträchtigungen : Griechen streiken gegen neues Sparprogramm

Mit dem zweiten Generalstreik innerhalb eines Monats haben die griechischen Gewerkschaften am Donnerstag gegen das strikte Sparprogramm der Regierung protestiert.

Unter anderem legten die Angestellten im öffentlichen Nah- und Fernverkehr für einen Tag die Arbeit nieder. Auch Taxifahrer und Einzelhändler in Athen und anderen Städten beteiligten sich an dem Ausstand.

Tausende Demonstranten versammelten sich zu Kundgebungen in Athen. Später waren aus Protest gegen den geplanten Sparhaushalt für 2013 und 2014 zwei separate Märschen durch die Innenstadt geplant.

Die griechische Regierung verhandelt derzeit mit der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über ein neues Sparprogramm. Geplant sind Kürzungen in Höhe von elf Milliarden Euro bei der Renten- und Krankenversicherung sowie Steuererhöhungen im Umfang von 2,5 Milliarden Euro. Die Maßnahmen sind Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Notkredite.

"Wie sollen wir leben?"

Beobachter gehen davon aus, dass die griechische Wirtschaft bis Ende kommenden Jahres gegenüber dem Niveau von 2008 um ein Viertel geschrumpft sein dürfte. "Im Allgemeinen haben wir uns von schlecht zu noch schlechter bewegt", sagte der 85-jährige Rentner Giorgos Ierodimos. "Gehälter sind gekürzt worden, Pensionen sind gekürzt worden. Alles wird teurer. Wie sollen die Menschen leben? Wie sollen wir leben?"

Gleichzeitig bereiteten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre 26 EU-Kollegen auf den Gipfel in Brüssel am Donnerstag vor. Um frische Finanzhilfen zu erhalten, muss die Regierung in Athen strikte Sparvorgaben der Troika erfüllen. Die griechischen Gewerkschaften halten die Vorgaben für zu hart.

"An diesem Gipfel-Tag in Brüssel wollen wir den Spitzen der Europäischen Union sagen: 'Es ist genug. Wir können nicht mehr ertragen'", sagte der Generalsekretär der Gewerkschaft ADEDY, Ilias Iliopoulos. "Das ist Europas nicht würdig. Es ist eine Politik der Ausbeutung, der Profiteure und Kredithaie."

Hier geht es zur Infostrecke: Oktober 2012: So will Athen Milliarden sparen

(APD)