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AKK-Nachfolge: Armin Laschet will CDU-Chef werden - Spahn Vize-Vorsitzender

NRW-Ministerpräsident : Laschet will CDU-Chef werden - Spahn neuer Vize-Vorsitzender

NRW-Ministerpräsident Laschet kandidiert als CDU-Chef und wird dabei von seinem einstigen Rivalen, Gesundheitsminister Jens Spahn, unterstützt. Damit steht ein Tandem gegen die Einzelkandidaten Norbert Röttgen und Friedrich Merz.

Paukenschlag in NRW: Die früheren politischen Rivalen, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn, bilden im Machtkampf um das Erbe Merkels ein Tandem. Laschet will als Parteichef kandidieren und gilt damit auch als der wahrscheinliche nächste Kanzlerkandidat der Union. Spahn soll sein Nachfolger als Vize-Parteichef werden und gibt Laschet Rückendeckung. Diese Konstellation wurde am Morgen aus NRW-Parteikreisen bekannt. Laschet und Spahn wollen sich um 9.30 Uhr in der Bundespressekonferenz in Berlin erklären.

An diesem Dienstag hat sich dort auch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz angesagt. Es wird erwartet, dass auch er seine Kandidatur für den Parteivorsitz bekannt gibt. Bereits vergangene Woche hatte der Außenpolitiker Norbert Röttgen seine Kandidatur bekannt gegeben. Bei einem Sonderparteitag am 25. April wird die Entscheidung fallen. Wer Kanzlerkandidat wird muss dann mit der CSU abgestimmt werden und wird voraussichtlich beim regulären CDU-Parteitag im Dezember festgelegt.

Damit steht das Zweier-Team aus Laschet und Spahn gegen die beiden Einzelkämpfer Merz und Röttgen. In einer Telefonschaltkonferenz der Parteiführung der NRW-CDU hatte Laschet betont, dass alles für eine Mannschaftsaufstellung getan worden sei, es nun aber Klarheit geben müsse. Die Union müsse auch nach der Bundestagswahl 2021 die zentrale politische Kraft der Mitte sein. Zugleich hat Armin Laschet gegenüber dem geschäftsführenden Landesvorstand der CDU NRW angekündigt, im Falle seiner Wahl Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als Nachfolger im Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU vorzuschlagen. Auch Spahn war Interesse am Parteivorsitz nachgesagt worden. Zuletzt war er 2018 in einer Kampfkandidatur gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz unterlegen.

Nach der Ankündigung der noch amtierenden Parteichefin Kramp-Karrenbauer waren die alten Konkurrenzen wieder aufgebrochen. Spahn erklärte aber direkt auch, an einer Teamlösung interessiert zu sein. In der Telefonschaltkonferenz sagte er nach Angaben aus Parteikreisen, es brauche eine integrative Persönlichkeit als Parteivorsitzenden. Armin Laschet habe in NRW gezeigt, dass er Konservative, Soziale und Liberale in einer Mannschaft zusammenführen könne, so Spahn. Laschet habe eine Wahl gewonnen und regiere erfolgreich das größte Bundesland. Deshalb unterstütze Spahn Laschets Kandidatur. Für den gemeinsamen Schritt soll es in der Spitze der NRW-CDU viel Zuspruch und Unterstützung gegeben haben. Es wurde von Teilnehmern als starkes Signal für eine Neuaufstellung der Partei gewertet.

(c-st/dpa/Reuters)