Jens Spahn: Aktuelle News und Infos zum ehemaligen Bundesgesundheitsminister und CDU-Politiker

Jens Spahn: Aktuelle News und Infos zum ehemaligen Bundesgesundheitsminister und CDU-Politiker

Foto: dpa/Kay Nietfeld

Jens Spahn

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Auf ein Altbier mit Ministern und Parteichefinnen
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Wer ist Jens Spahn?

Jens Spahn ist deutscher Gesundheitsminister. Der CDU-Politiker bekleidet sein Amt seit 2018. Seine Karriere in der CDU begann der Mann, der ursprünglich aus dem Münsterland stammt, allerdings schon sehr viel früher. Seit 2002 ist er im Bundestag aktiv. Als Bundesgesundheitsminister ist Spahn vor allem in Zeiten von Corona gefordert.

Wann und wo wurde Jens Spahn geboren?

Jens Georg Spahn kam am 16. Mai 1980 in Ahaus, im Kreis Borken, im Westmünsterland auf die Welt. Er wuchs in dem Dorf Ottenstein auf, das zu Ahaus gehört, sieben Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt. Nach eigenen Angaben kann sich der Politiker noch gut daran erinnern, wie es in seiner Kindheit mit seinen zwei jüngeren Geschwistern ins Nachbarland zum Einkaufen ging.

Sein Abitur machte Spahn 1999 an der bischöflichen Canisiusschule in Ahaus. 

Was hat Jens Spahn studiert?

Spahn hat einen Master-Abschluss in Politikwissenschaften. Nach seinem Abitur zog es ihn allerdings noch nicht direkt an die Uni. Stattdessen machte der Ahauser eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Westdeutschen Landesbank im Münster. 2001 schloss er die Ausbildung mit einem IHK-Abschluss ab.

Das Studium startete Spahn erst, nachdem er bereits seine Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter aufgenommen hatte, im Jahr 2003. Er studierte neben seinem Beruf an der Fernuniversität in Hagen, wo er erst den Bachelor of Arts und im Anschluss den Master of Arts im Fach Politikwissenschaften machte. Den Bachelor schloss er bereits 2008 ab, für den Master ließ er sich Zeit bis 2017.

Bereits 2012 wurde Spahn von der Brüsseler Denkfabrik "Friends of Europe" unter die "40 under 30 - European Young Leaders" gewählt. 2017 nahm der Politiker an der Bilderberg-Konferenz in den USA teil.

Wie verlief die politische Karriere von Jens Spahn?

Zählt man alles zusammen, kann Jens Spahn bereits auf 25 Jahre politische Erfahrung zurückblicken. Der Politiker fing bereits als Kind an, sich zu engagieren.

Erste Schritte 

Kurz gefasst könnte man sagen, dass Jens Spahn durch die Religion zur Politik kam. Der Gesundheitsminister ist römisch-katholisch. Bereits als Kind war er in der Katholischen jungen Gemeinde (KJG) und dem Bund Katholischer junger Gemeinden (BKJG) aktiv. Von 1998 bis 2005 bekleidete er das Amt des Vorsitzenden der BKJG. Laut Spahn sammelte er dort und als Gruppenleiter seine ersten politischen Erfahrungen. "Insbesondere sind mir die intensiven Diskussionen in Erinnerung geblieben, die wir schon damals über die alternde Gesellschaft führten", erklärt er auf seiner Website.

Dabei war er auch schon in der Jungen Union (JU) aktiv, bevor er Vorsitzender der BKJG wurde. Dort trat Spahn 1995 ein, 1997 wurde er Mitglied der CDU. Von 1999 bis 2006 war er Kreisvorsitzender der JU, 2005 wurde er zum Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Borken gewählt. Ab 1999 saß er außerdem im Stadtrat Ahaus, bis er 2009 Kreistagsmitglied in Borken wurde, was er bis 2015 blieb.

Bundestag

Erstmals nach Berlin ging es für Spahn im Jahr 2002, als er als direkt gewählter Abgeordneter seines Wahlkreises in den Bundestag einzog. Spahn erklärt, das sei für ihn die Gelegenheit gewesen, sein Hobby zum Beruf zu machen. Auch 2005, 2009 und 2017 wurde er direkt in den Bundestag gewählt.

Bereits relativ früh fand er sein Steckenpferd im Bereich Gesundheit. So arbeitete er mit an der Gesundheitsreform 2007 und war von 2009 bis 2015 gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Seit 2014 ist der Politiker Vorsitzender des Bundesfachausschusses Gesundheit und Pflege der CDU.

2012 wurde Spahn zudem Mitglied des Bundesvorstands der CDU. Seit 2014 ist er Mitglied des CDU-Präsidiums. Bei der Wahl auf dem Bundesparteitag der CDU in Köln setzte er sich gegen den damaligen Gesundheitsminister Hermann Gröhe durch. 

Von 2015 bis 2018 war Spahn zudem Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen.

Bundesminister für Gesundheit

Zum zweiten Mal wurde Hermann Gröhe am 14. März 2018 von Spahn abgelöst - diesmal als Gesundheitsminister. Spahn wurde damit zum jüngsten Minister im derzeitigen Merkel-Kabinett. Der CDU-Politiker kündigte drei zentrale Ziele für die Legislaturperiode im Bereich Gesundheit an: die Wartezeiten auf einen Arzttermin zu verkürzen, die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter in der Pflege zu verbessern und so dem Fachkräftemangel vorzubeugen, und die Digitalisierung im Bereich Gesundheit voranzutreiben. Dann kam allerdings Corona und wurde zum viel entscheidenderen Thema. Er machte das große Versprechen: Bis zum Sommer 2021 soll jeder ein Impfangebot bekommen.

Bewerbung um den CDU-Vorsitz

Dass Jens Spahn noch mehr will als Bundesgesundheitsminister zu sein, zeigte sich 2018. Er trat um den Vorsitz der CDU an, ein Posten, der in der CDU in der Regel auch mit einer Kanzlerkandidatur einhergeht. Allerdings konnte er sich gegen seine Mitbewerber Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz nicht durchsetzen. Im ersten Wahlgang erhielt er rund 15,7 Prozent der Stimmen. Annegret Kramp-Karrenbauer wurde schließlich zur Parteivorsitzenden, entschloss sich allerdings nach Kritik und Streit innerhalb der CDU Anfang 2020 den Posten wieder abzugeben und nicht als Kanzlerkandidatin anzutreten. 

Bundesparteitag

Beim nächsten Bundesparteitag im Januar 2021 stellte sich Spahn nicht zur Wahl als Vorsitzender der CDU. Stattdessen trat er im Team mit Armin Laschet an, dem die Wahl zum Vorsitzenden gelang. Laschet setzte sich damit gegen Friedrich Merz und Norbert Röttgen durch. Jens Spahn wurde zu einem der fünf Stellvertreter gewählt. 

Welche Rolle spielt Jens Spahn in der Corona-Pandemie?

Als Gesundheitsminister ist Spahn einer der gefragtesten Politiker in der Corona-Krise. Schließlich fallen dem Bundesminister für Gesundheit viele Aufgaben zu, die in der Corona-Pandemie umso wichtiger sind. Spahn ist als Gesundheitsminister dafür verantwortlich, dass Kranken- und Pflegeversicherung leistungsfähig bleiben und die Qualität des Gesundheitssystems nicht sinkt, sondern weiterentwickelt wird. Auch das Infektionsschutzgesetz fällt in seinen Aufgabenbereich. Dieses wiederum umfasst die Meldepflicht, die Bekämpfung und Verhütung übertragbarer Krankheiten, inklusive damit verbundener Impfungen, und den Infektionsschutz am Arbeitsplatz. Ferner sind Gesundheitsminister und Gesundheitsministerium gefragt, wenn es darum geht, Vorschriften zur Qualität und Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten zu erarbeiten.

Gesundheitsminister Spahn ist also der Mensch, der in Deutschland den Weg ebnen muss, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Wie gut er das gemacht hat, wird man erst im Rückblick bewerten können. Kritik hat Spahn in der Corona-Krise allerdings schon häufiger einstecken müssen:

Das sind ein paar von vielen Kritikpunkten, die im Laufe der Corona-Pandemie auftauchten. Immer wieder gab es Stimmen, die das Vorgehen von Regierung und Gesundheitsminister in die eine oder andere Richtung kritisierten. Zu scharfe Maßnahmen, Maßnahmen, die nicht weit genug gingen, zu übervorsichtige Reaktionen, zu lasche. Trotzdem schaffte es Deutschland im Jahr 2020 im internationalen Vergleich, relativ glimpflich durch die Krise zu kommen. Anfang 2021 versprach der Politiker, dass jedem bis zum Sommer 2021 ein Impfangebot gemacht werde. Das führte dazu, dass Spahns Beliebtheitswerte in der Bevölkerung stiegen. Als Gesundheitsminister in der Pandemie erlangte er also einen neuen Bekanntheitsgrad. 

Im Oktober 2020 erkrankte Spahn selbst an Corona. Auch sein Ehemann Daniel Funke infizierte sich. Die Erkrankung nahm einen milden Verlauf, gab Spahn an. Mittlerweile sind er und sein Ehemann wieder genesen.

Was sind politische Ziele von Jens Spahn?

Jens Spahn zählt zum konservativen Flügel der CDU. In seiner Jugend war es besonders das Thema Demographie, das ihn fesselte. Im Ahauser Stadtrat, erklärt Spahn auf seiner Website, sei es oft darum gegangen, wie man sich auf eine alternde Gesellschaft einstellt. Dabei ging es um Grünphasen bei Ampeln oder seniorengerechte Wohnformen. Als Gesundheitsminister propagiert er das Ziel, den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen - eine Aussage, mit der wohl jeder einverstanden ist, die allerdings recht vage gehalten ist. Etwas konkreter will er sich für mehr Digitalisierung stark machen und dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegenwirken. Durch die Corona-Pandemie haben sich die Prioritäten etwas verschoben. Spahn ist nun eher mit Impfstoffbeschaffung beschäftigt. 

Auch zu anderen Themen hat sich der Politiker geäußert. Dem Thema Migration und Flüchtlinge steht er eher skeptisch gegenüber. Einwanderer müssten sich integrieren und anpassen. Er begründet das damit, dass er Sorge habe, Schwulenfeindlichkeit, Antisemitismus und Gewaltaffinität würden sonst überhand nehmen. Merkels Flüchtlingspolitik kritisierte er. In einem Interview mit der „Welt“ vom 19. Juli 2017 bemerkte er: „Sie müssten sich in einer islamischen Gesellschaft einen Bart wachsen lassen. Aber Homosexuelle wie ich werden vom Turm geworfen.“ Gleichzeitig griff er die Bundesbeauftragte für Integration, Aydan Özoguz (SPD) scharf an, da diese eine spezifisch deutsche Kultur abseits der Sprache verneint hatte. Es sei, so Spahn „schwer erträglich, dass jemand, der im Kanzleramt für Integration zuständig sein soll, solche Sätze von sich gibt.“ Für diese Sätze schrieb ihm AfD-Politiker Alexander Gauland einen anerkennenden Brief.

Im Bereich Gesellschaft setzt sich Spahn für die Rechte Homosexueller ein, auch was die Adoption angeht. Auch bei der Suche nach Lösungen für den Demographischen Wandel ist er nach wie vor aktiv. 

Im Bereich Soziales stieß die Äußerung von Spahn, dass Menschen auch ohne die Tafel nicht hungern müssten, auf Unverständnis in der Opposition. 2018 schlug er vor, die Sozialversicherungsbeiträge für Paare ohne Kinder zu erhöhen.

Ebenfalls 2018 prangerte Spahn in einem Interview die Sicherheitssituation in einigen deutschen Großstädten an. Kurz gefasst: Die Polizei habe die Drogendealer nicht mehr unter Kontrolle. Der Konter von der Polizeigewerkschaft GdP an den Gesundheitsminister kam schnell. "Es ist nicht nachvollziehbar, wenn Bundespolitiker eine Schieflage von Recht und Ordnung anprangern, wo sie es eigentlich mit in der Hand haben, diese Missstände seit Jahren zu verändern", sagte Oliver Malchow der Zeit.

Was die EU betrifft, ist Jens Spahn dafür, in Bereichen Verteidigung, Migration, Sicherheit und Digitalisierung zusammenzuarbeiten. Auch ist er für ein kostenfreies Interrail-Ticket in der EU. Wenn es allerdings ums liebe Geld geht, sind für ihn die Grenzen der Zusammenarbeit erreicht. Er plädiert für einen Ausstieg aus der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. 

Und in Zukunft? Bereits seit Jahren wird Spahn als möglicher Merkel-Nachfolger gehandelt. Tatsächlich soll der Bundesgesundheitsminister auch schon sondiert haben, wie seine Chancen auf eine Kanzlerkandidatur stehen. Tatsächlich hat die Beliebtheit Spahns von der Corona-Krise profitiert. Bisher ist er aber noch nicht offiziell im Rennen um das Kanzleramt.

 Mit wem ist Jens Spahn verheiratet?

Jens Spahn ist seit 2017 mit dem ein Jahr jüngeren Daniel Funke verheiratet. Der Journalist, der an der Humboldt-Universität Germanistik und Geschichte studierte, moderierte von 2004 bis 2007 für das Magazin "Blitz" auf dem Fernsehsender Sat 1. Heute leitet er das Hauptstadtbüro der Burda Magazine (zu der zum Beispiel die "Bunte" gehört). Laut Branchendienst Kress gilt er als einer der Strippenzieher, der viele Kontakte in Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur in Politik, für Burda in Berlin aufgebaut hat. Sein Job ist es, Beziehungen für den Verlag zu pflegen und auszubauen. 

Spahn und Funke haben sich im Jahr 2013 kennengelernt. Die Hochzeit fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit am 22. Dezember 2017 im Standesamt auf Schloss Borbeck in Essen statt. Die Trauung soll von Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen vorgenommen worden sein. Kufen ist wie Spahn Mitglied der CDU, er soll das Paar auch persönlich kennen. Die Bild berichtete zuerst, dass der Politiker geheiratet hatte.

Spahn steht offen zu seiner Homosexualität und setzt sich auch für die Belange anderer Homosexueller ein, zum Beispiel wenn es um das Recht auf Adoption geht. Seine kritische Einstellung gegenüber dem Islam und Migration begründete er damit, dass Homosexuelle in vielen islamischen Ländern verfolgt würden. Trotzdem hat er gegenüber dem Spiegel erklärt, er wolle "keine schwule Klientelpolitik" betreiben. 

Geoutet hat Spahn sich bei seinen Eltern mit 21 Jahren, als er erfuhr, dass einer seiner Kontrahenten ihn beim Rennen um die Wahl in den Bundestag öffentlich outen wolle, heißt es in der Biografie vom ehemaligen RP-Chefredakteur Michael Bröcker. In der wird auch verraten, dass Spahn und Funke von Anbeginn ihrer Beziehung an gerne Schlager hören. Rex Guildo zum Frühstück, zum Beispiel.

Spahn und Funke leben gemeinsam in einer Villa in Berlin-Dahlem.