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Philippinen-Bombenanschlag: Mindestens 14 Tote und Dutzende Verletzte

Viele Soldaten unter Opfern : Mindestens 14 Tote und Dutzende Verletzte bei Bombenanschlag in den Philippinen

Bei einem Anschlag im Süden der Philippinen hat es am Montag zahlreiche Opfer gegeben. Auf der Insel Jolo kämpen von der Regierung unterstützte Kräfte seit Langem gegen eine militante Islamistengruppe.

Bei einem Doppelbombenanschlag im Süden der Philippinen sind am Montag mindestens 14 Menschen getötet und 75 weitere verletzt worden.Unter den Opfern seien zahlreiche Soldaten, erklärte das Militär. Der Angriff erfolgte auf der Insel Jolo, wo von der Regierung unterstützte Sicherheitskräfte seit langem gegen die militante Islamistengruppe Abu Sayyaf kämpfen.

Zur Mittagszeit explodierte eine selbstgebaute, an einem parkenden Motorrad befestigte Bombe vor einem Supermarkt, wie der Offizier Corleto Vinluan berichtete. Kurz darauf verübte eine Frau einen Selbstmordanschlag und sprengte sich in die Luft, als Polizisten gerade den Tatort abriegelten.

Die Zahl der Todesopfer gab der Offizier mehrere Stunden nach den Anschlägen mit mindestens 14 an, unter ihnen sieben Soldaten. Die Zahl der Verletzten bezifferte Vinluan mit 75, unter ihnen 48 Zivilisten, 21 Soldaten und sechs Polizisten. Unmittelbar nach den Anschlägen hatte das Militär von mindestens zehn Toten und dutzenden Verletzten gesprochen.

Die Extremistengruppe wird für einige der schwersten Terrorangriffe und Entführungen auf den Philippinen verantwortlich gemacht. Die Miliz versucht seit langem, mit Entführungen und Lösegeldzahlungen ihren bewaffneten Kampf zu finanzieren.

Jolo liegt im mehrheitlich muslimischen Süden der Philippinen. In der Region wurden in den vergangenen Jahrzehnten bei Kämpfen mit militanten Rebellen rund 150.000 Menschen getötet. Der Offizier Ronaldo Mateo sagte, für den Doppelanschlag vom Montag sei "höchstwahrscheinlich" Abu Sayyaf verantwortlich.

Die mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Verbindung stehende Gruppe wurde in den 90er Jahren mit Geld von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden gegründet. Sie wurde durch die Entführung zahlreicher Ausländer bekannt.

Im Jahr 2017 enthaupteten die Islamisten den 70-jährigen deutschen Segler Jürgen Kantner, nachdem die Forderungen nach einem Lösegeld von rund 600.000 Dollar (540.000 Euro) nicht erfüllt worden waren. Im Frühjahr 2000 machte die Extremistengruppe mit der Verschleppung von elf westlichen Ausländern Schlagzeilen, darunter die Göttinger Familie Wallert. Wie sie freikam, wurde nie öffentlich geklärt.

Erst Anfang des Monats hatten philippinische Fahnder auf der Insel Mindanao den Abu-Sayyaf-Anführer Abduljihad Susukan verhaftet, der für die Entführung und Enthauptung mehrerer Ausländer verantwortlich sein soll. Ihm werden 23 Morde sowie fünf Geiselnahmen zur Last gelegt. Die Sicherheitskräfte waren nach seiner Festnahme in Alarmbereitschaft versetzt worden, da Vergeltungsaktionen befürchtet wurden.

(peng/cpas/AFP)