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Italienisches Rettungsschiff "Alex" legt trotz Verbot in Lampedusa an

41 Migranten an Bord : Italienisches Rettungsschiff „Alex“ legt in Lampedusa an

Das italienische Segelschiff „Alex“ hat ungeachtet eines Verbots von Innenminister Matteo Salvini im Hafen von Lampesuda angelegt. Das Manöver am Samstag glich dem des Schiffes „Sea-Watch 3“ eine Woche zuvor, verlief allerdings ohne Zwischenfälle.

Fernsehbilder zeigten, wie Migranten an Bord der „Alex“ Beifall klatschten. Sie machten keine Anstalten auszusteigen. Salvini hatte der „Alex“ per Dekret verboten, in einem italienischen Hafen anzulegen und hat versichert, die Migranten kämen nicht nach Italien. Die Betreiberorganisation Mediterranea Saving Humans erklärte dagegen, Salvini könne einem italienischen Schiff nicht verbieten, Italien anzulaufen. Salvinis Dekret sei auch deswegen illegitim, weil die „Alex“ aus Seenot Gerettete an Bord habe. Der Gesundheitszustand der Menschen verschlechtere sich rapide. Unter ihnen befänden vier Kinder und elf Frauen, von denen drei schwanger seien. Wegen der Bedingungen an Bord könne das vor Lampedusa liegende Schiff nicht bis Malta weiterfahren.

Malta hatte sich zwar zur Aufnahme der Flüchtlinge bereiterklärt, nachdem Rom zugesagt hatte, die gleiche Anzahl Migranten von Malta aufzunehmen. Bislang sei aber leider noch kein Boot aus Malta eingetroffen, um sie aufzunehmen, erklärte Mediterranea Saving Humans.

Vor einer Woche hatte die deutsche Kapitänin Carola Rackete von der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch ohne die Erlaubnis der italienischen Behörden mit 40 geretteten Migranten an Bord auf Lampedusa angelegt. Beim Anlegen rammte sie ein Polizeiboot. Anschließend wurde sie festgenommen, kam inzwischen aber wieder frei.

Indessen erklärte die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye, ihr Schiff „Alan Kurdi“ habe 55 Kilometer vor der libyschen Küste 65 Menschen aus einem Gummiboot gerettet. 39 von ihnen seien minderjährig. Die „Alan Kurdi“ habe Kurs auf Lampedusa genommen. Die libysche Regierung habe bislang nicht mit der Hilfsorganisation kommuniziert. Sea-Eye lasse sich von Salvini nicht einschüchtern, sondern laufe den nächsten sicheren Hafen an.

(mro/dpa)