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Horst Seehofer will Migranten von zwei Rettungsschiffen in Italien aufnehmen

Italien stellt sich erneut quer : Seehofer will Migranten von zwei Rettungsschiffen aufnehmen

Die Bundesregierung zeigt sich offen für die Aufnahme von Migranten von zwei Rettungsbooten im Mittelmeer. Das deutsche Schiff „Alan Kurdi“ mit 65 Migranten an Bord sowie das Rettungsschiff "Alex" mit 54 Passagieren befinden sich derzeit vor Lampedusa.

"Auch im Fall der 'Alan Kurdi' und der 'Alex' sind wir im Rahmen einer europäisch-solidarischen Lösung bereit, einen Teil der aus Seenot Geretteten aufzunehmen", erklärte Innenminister Horst Seehofer am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter. Dies habe er am Freitag der Europäischen Kommission mitgeteilt und um Koordinierung gebeten.

Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" befindet sich derzeit vor der italienischen Insel Lampedusa in internationalen Gewässern, wie die dafür zuständige in Regensburg ansässige Hilfsorganisation Sea Eye mitteilte. Das Schiff habe 65 Menschen an Bord, die vor Libyen von einem Schlauchboot aus aufgenommen worden seien. Der Hafen von Lampedusa sei "zu". Ein entsprechendes Dekret von Italiens Innenminister Matteo Salvini sei der Besatzung des Schiffes überbracht worden. "Wir brauchen dringend einen sicheren Hafen", erklärte Sea Eye. In Deutschland gebe es über 70 aufnahmebereite Städte.

Auch das Rettungsschiff "Alexa" der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea wollte zuletzt in Lampedusa anlegen. Doch Salvini forderte die Besatzung auf, die 54 hauptsächlich afrikanischen Migranten nach Tunesien zu bringen. Daraufhin gab die Regierung von Malta am Freitag bekannt, dass sie ein Schiff schicken wolle, das die Migranten aufnimmt.

Davor war das von der deutschen Kapitänin Carola Rackete geführte Rettungsschiff "Sea Watch 3" mit Dutzenden Migranten an Bord 17 Tage im Mittelmeer unterwegs gewesen, bevor es Ende Juni gegen den Willen der italienischen Regierung in Lampedusa anlegte. Die Behörden stellten Rackete unter Hausarrest, den ein Gericht nach vier Tagen jedoch aufhob. Das Schiff wurde beschlagnahmt. Rackete beklagte sich zuletzt über eine aus ihrer Sicht mangelnde Unterstützung der Bundesregierung. Seehofer warf sie vor, nicht auf die Aufnahmeangebote deutscher Kommunen eingegangen zu sein.

(mro/REU)