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Brexit: Schottland wendet sich an die Europäische Union

„Ihr seid ein Teil von uns“ : Schottland wendet sich an die Europäische Union

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon hat sich an die EU gewandt und sie als Teil dessen bezeichnet, was Schottland ist. Außerdem kündigte Sturgeon an, wieder der EU beitreten zu wollen – und sich via Referendum von Großbritannien abzuspalten.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat sich auf dem Online-Parteitag ihrer Scottish National Party mit einem emotionalen Appell an die EU gewandt. „Ihr seid ein Teil von dem, was wir sind - und werdet es immer sein. Ihr seid uns nicht fern“, sagte Sturgeon am Montag in Richtung der verbleibenden EU-Mitgliedstaaten. „An jene, die aus anderen Ländern gekommen sind, um in unserem zu leben, danke dafür - bitte bleibt.“ Großbritannien, und damit auch Schottland, hat Ende Januar die Staatengemeinschaft verlassen, befindet sich bis zum Ende des Jahres aber noch in einer Übergangsphase, in der weitgehend die gleichen Regeln gelten wie zuvor. Derzeit ringen London und Brüssel um einen Handelspakt.

In Schottland gibt es nach wie vor ein großes Bedürfnis nach Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich - in kürzlichen Umfragen sprach sich sogar eine Mehrheit der Schotten für eine Abkoppelung aus. 2014 war ein Unabhängigkeitsreferendum dagegen ausgefallen. Im Falle eines Wahlsieges ihrer Partei bei der Parlamentswahl im kommenden Jahr will Sturgeon ein weiteres Referendum erzwingen. Der britische Premier Boris Johnson will das verhindern. „An die anderen Länder der EU: Schottland will zurückkehren. Wir hoffen, dies bald als unabhängiger Mitgliedstaat tun zu können.“

(sed/dpa)