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Nigeria: 110 Menschen sterben bei Boko-Haram-Angriff

Nigeria : 110 Menschen sterben bei Boko-Haram-Angriff

In Nigeria sind der UN zufolge bei einem „brutalen“ Angriff mindestens 110 Menschen getötet worden. Bewaffnete Männer auf Motorrädern griffen Männer und Frauen in Koshobe und umliegenden Orten bei der Feldarbeit an, wie der humanitäre Koordinator der Vereinten Nationen in Nigeria mitteilte.

„Der Vorfall ist der brutalste direkte Angriff auf unschuldige Zivilisten in diesem Jahr“, sagte Edward Kallon. Etliche weitere Menschen seien verletzt worden. Zudem gebe es Berichte, dass mehrere Frauen entführt worden seien. Kallon rief zu ihrer sofortigen Freilassung auf. Ein Bewohner der Region, Danjuma Saidu, sagte der Deutschen Presse-Agentur, manche der Todesopfer hätten Schusswunden, andere eine durchgeschnittene Kehle. Die Bewohner der Gegend seien „schockiert über die Brutalität des gestrigen Angriffs und haben Angst um ihre Sicherheit“, sagte Kallon.

Nigerias Präsident Muhammadu Buhari verurteilte den Angriff aufs Schärfste. „Das ganze Land ist von diesen sinnlosen Tötungen verletzt“, zitierte ihn sein Sprecher Garba Shehu. Demnach beschrieb der Staatschef die „terroristischen Tötungen“ als verrückt.

Wer hinter der Gräueltat steckte, war zunächst unklar. Allerdings kommt es in Borno seit Jahren immer wieder zu Angriffen der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram oder der Splittergruppe ISWAP, die vor einigen Jahren dem Islamischen Staat (IS) die Treue geschworen hat.

Zu oft würden Bauern, Fischer und Familien angegriffen, die versuchten, nach einem Jahrzehnt der Konflikte einen Teil ihrer Daseinsgrundlage wiederherzustellen, kritisierte Kallon. Den ländlichen Gemeinden zu helfen, Land zu beackern und ihre Lebensgrundlage wieder aufzubauen, gehören demnach zu den Prioritäten der UN und sind der einzige Weg, eine drohende Lebensmittelkrise im Bundesstaat Borno zu vermeiden.

Boko Haram terrorisiert seit mehr als zehn Jahren die Bevölkerung in Borno sowie in den angrenzenden Ländern. Wegen der Gewalt durch bewaffnete Gruppen sind im Nordosten Nigerias sowie den angrenzenden Ländern laut des UN-Flüchtlingshilfswerks mindestens 2,4 Millionen Menschen auf der Flucht.

(felt/dpa)