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Palästinenserpräsident zum Schoah-Gedenktag: Abbas verurteilt Holocaust als "abscheulichstes Verbrechen"

Palästinenserpräsident zum Schoah-Gedenktag : Abbas verurteilt Holocaust als "abscheulichstes Verbrechen"

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat den Holocaust als "das abscheulichste Verbrechen gegen die Menschheit" in der jüngeren Zeitgeschichte bezeichnet.

In einer am Sonntag verbreiteten Pressemitteilung erklärte Abbas weiter, er sei voller Mitgefühl für die Familien der Opfer, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Der Palästinenserpräsident veröffentlichte seine Stellungnahme anlässlich des israelischen Schoah-Gedenktags, der von Sonnenuntergang am Sonntag bis zum Montagabend begangen wird.

Die Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern hatten sich in den vergangenen Tagen verschärft, nachdem die Palästinensische Befreiungsorganisation, deren Vorsitzender Abbas ist, ein Aussöhnungsabkommen mit der radikalislamischen Hamas geschlossen hatte, die Israel das Existenzrecht abspricht. Die israelische Regierung setzte daraufhin die schon seit Wochen kriselnden Friedensverhandlungen bis auf Weiteres aus.

Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat hat den Stopp der Friedensgespräche als Fehler Israels bezeichnet. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sei weiterhin zu einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bereit, sagte Erekat der israelischen Nachrichtenseite "ynet" am Sonntag.
"Wenn Netanjahu zusagt, organisiere ich das Treffen", sagte Erekat.

Israel hat die Friedensgespräche mit den Palästinensern wegen der Bemühungen von Abbas' Fatah um Aussöhnung mit ihrem radikalislamischen Rivalen Hamas ausgesetzt. "Während der Verhandlungen hat Israel gefragt, was wir mit dem Gazastreifen tun werden", sagte Erekat dazu. "Und jetzt, wo es eine Einheit gibt, verweigert es den Dialog."

Die Hamas hatte 2007 gewaltsam die Kontrolle im Gazastreifen übernommen. Seitdem regiert die Fatah von Abbas nur noch im Westjordanland. Israel hatte der Palästinenserführung in Ramallah mehrmals vorgeworfen, sie vertrete nicht das ganze palästinensische Volk.

Erekat betonte, eine Friedensregelung sei unmöglich, solange Israel seine Siedlungen in den Palästinensergebieten weiter ausbaue. Er bekräftigte die Forderung, Israel müsse einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt anerkennen.

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(AFP)