Adoptiv-Adeliger adoptiert fleißig Nachwuchs: Frédéric von Anhalt - des Prinzen neue Kinder

Adoptiv-Adeliger adoptiert fleißig Nachwuchs : Frédéric von Anhalt - des Prinzen neue Kinder

München (RP). Frédéric von Anhalt hat für viele Millionen Euro vier Männer adoptiert und zu Prinzen gemacht. Ein Sohn betreibt Fitness-Studios, ein anderer Bordelle. Der echte Adel ist empört, der Landesfürst nimmt es gelassen.

Seine eigene Geschichte ist skurril - und sie wird immer skurriler: 1980 ließ sich Robert Lichtenberg, damals 36 Jahre alt und erfolgreicher Saunabetreiber, von Marie Auguste Antoinette Frederike Alexandra Hilda Luise Prinzessin von Anhalt adoptieren.

Die Sache war ein Geschäft: Er zahlte der verarmten 82-jährigen Schwiegertochter von Kaiser Wilhelm II. eine monatliche Rente von 2000 Mark. Dafür machte sie ihn zum Prinzen. Seitdem trägt er den Namen Frédéric Prinz von Anhalt, Herzog zu Sachsen und Westfahlen, Graf von Askanien. Das ist ein Titel, mit dem der Adoptivprinz neuerdings auch andere beglückt. Vorausgesetzt: Sie lassen sich den Spaß etwas kosten.

Wie jetzt bekannt wurde, hat der 63-Jährige für viele Millionen Euro vier Männer adoptiert und zu Prinzen gemacht. Einer von ihnen ist Arzt, einer betreibt Fitnessstudios, einer Bordelle, einer Striptease-Clubs.

Besonders der Bordell-Betreiber sorgt für Aufregung. Er heißt Marcus Eberhardt (37), kommt aus München, ist Multimillionär und soll mehrfach vorbestraft sein. Sein neuer Name ist Prinz Eberhardt Edward von Anhalt. In einem Interview kündigte er jetzt als solcher an: "Ich werde es als Adeliger so richtig krachen lassen." Was das heißt, ließ er offen. Doch der echte Adel ist jetzt schon empört. Eduard von Anhalt, der Chef der Dynastie, und seiner Frau Corinna schämen sich für den neuen Familienzuwachs. Für die Menschen von Sachsen-Anhalt sei es schlimm, dass so einer mit ihrem Namen rumläuft, sagten sie in einem Interview.

Ministerpräsident bleibt locker

So dramatisch sieht es Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) nicht. Er hat weder mit Frédéric noch mit seinem Adoptivsohn ein Problem. "Ich gehe davon aus, dass weder der eine noch der andere Träger des Namens Anhalt das Land Sachsen-Anhalt repräsentiert. Wir haben in Deutschland bereits 1919 beschlossen, den Adelsstand aufzuheben." Seitdem gebe es nur noch gleichberechtigte Bürger. Frühere Titel hätten lediglich als Bestandteile des Familiennamens überlebt. "Deswegen ist diese Adoption für das Land Sachsen-Anhalt völlig irrelevant", sagte Böhmer. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wollte sich nicht äußern.

Der Bordell-Besitzer jedenfalls ist zufrieden. Er ließ sich seinen Titel angeblich eine Million Euro kosten. Er ist jetzt nicht nur Prinz, sondern auf dem Papier auch mit Paris Hilton verwandt. Die Ehefrau seines Adoptivvaters Prinz Frédéric, die Hollywood-Legende Zsa Zsa Gabor (89), war nämlich auch schon mit dem Großvater der Hotel-Erbin verheiratet. Eberhardt ist jetzt also Paris' Adoptiv-Onkel.

Sein Adoptivvater Frédéric und seine Adoptivmutter Zsa Zsa heirateten 1986. Zuvor war Zsa Zsa sieben Mal geschieden. Seit einem Autounfall ist sie halbseitig gelähmt. Ihr Vermögen wird auf mehrere 100 Millionen Dollar geschätzt. - Doch Prinz Frédéric klagte erst kürzlich: Er schiebe seine Frau im Rollstuhl rum und langweile sich. - Ob er adoptierte, damit wieder etwas passiert in seinem Leben? Vielleicht.

Ihre Adoptivsöhne nennen Zsa Zsa und Frédéric, die selbst keinen Nachwuchs haben, "Kinder". Auch ein Familientreffen in Kalifornien soll es schon gegeben haben. Doch aller Familienidylle zum Trotz: Bei Frédérics Familienzuwachs geht es in erster Linie um Bares. Daraus macht der Prinz auch keinen Hehl. "Klar bin ich käuflich. Für Geld mache ich alles", sagte der Prinz in einem Interview.

"Nur reiche Kinder"

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der 63-Jährige Ex-Big-Brother Guiseppe Pellegrino nicht zu seinem Sohn machen wollte. "Wenn schon, dann schaffe ich mir reiche Kinder an und keine, in die ich noch Geld stecken muss", sagte er der Zeitschrift "Bunte".

Gegen weitere neue Familienmitglieder hat Frédéric nichts. "Wissen Sie, wir haben so viel Platz hier. Mit unseren Kindern kommt endlich wieder Bewegung ins Haus. Plötzlich sitzen am Tisch gleich sechs, sieben Leute, nicht mehr nur meine Frau und ich”, sagte er im Interview.

Es heißt, Frédéric wolle 16 weitere Kinder adoptieren - bevorzugt Männer. Frauen wollten ihn angeblich meist gleich heiraten. Das will der Prinz nicht - gegen einen Seitensprung dagegen habe er nichts. Was Zsa Zsa zu Letzterem sagt? Laut Frédéric: "Mach, was du willst, solange du happy bist."