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Frankfurt/Main: Matula ermittelt zum letzten Mal

Frankfurt/Main : Matula ermittelt zum letzten Mal

Claus Theo Gärtner macht am Freitag nach 32 Jahren Schluss – mit der 300. Folge "Ein Fall für zwei".

Claus Theo Gärtner macht am Freitag nach 32 Jahren Schluss — mit der 300. Folge "Ein Fall für zwei".

Für Claus Theo Gärtners 92-jährige Mutter ist es schlicht und einfach "Verrat" — dass ihr Sohn die Rolle, die ihn sein halbes Leben lang begleitete und ernährte, einfach ablegt wie einen alten Mantel. Genau 300 Mal hat Gärtner den Privatdetektiv Josef Matula in der Krimireihe "Ein Fall für zwei" gespielt, inklusive Lederjacke, robustem Körpereinsatz und flotter Sprüche. Heute läuft nach 32 Jahren die letzte Folge. Gärtner und sein Alfa Romeo waren die Konstanten in der Serie, während die Partner immer wieder wechselten — von Günter Strack über Rainer Hunold und Mathias Herrmann bis zuletzt zu Paul Frielinghaus.

Der Start der Reihe am 11. September 1981 läutete für das Krimigenre ein neues Zeitalter im deutschen Fernsehen ein. Erstmals standen keine Kommissare im Mittelpunkt, sondern ein Rechtsanwalt und ein Privatdetektiv. Frankfurt am Main, diese widersprüchliche Stadt zwischen Bembel und Börse, gab den perfekten Schauplatz für das innovative Konzept ab. Während Matula bevorzugt in Frittenbuden, Hinterhöfen und Puffs ermittelte, hatten die wechselnden Anwälte Zugang zu Wirtschaftsbossen, Ärzten und Verlegern. Aus dem Clash der Milieus schöpfte "Ein Fall für zwei" Spannung und Witz. Die Serie kam an und sicherte dem ZDF in der Anfangszeit hohe Quoten von bis zu 15 Millionen Zuschauern. War es zu Beginn Günter Strack, der als ebenso beleibter wie intelligenter Anwalt Dieter Renz die Reihe prägte, so war es in den späteren Jahren zunehmend Claus Theo Gärtner, der als Matula zur Kultfigur wurde. Irgendwann wurde er im Abspann dann auch zuerst genannt. Matula wurde zwar älter und bekam immer mehr Knautschfalten, aber im Kern blieb er immer derselbe — ein ruppig daherkommender, zugleich liebenswerter einsamer Großstadtcowboy, der unbeirrbar für das Gute streitet.

Jeder Anwalt brachte seine eigene Note ein, vor allem Rainer Hunold als Dr. Franck mit seinem Golden Retriever Umba. Statt der menschlichen Tragödien in Frankfurter Handwerks- oder Gärtnereibetrieben rückten später zunehmend die Aktivitäten des internationalen organisierten Verbrechens in den Vordergrund.

Die letzte Folge trägt den Titel "Letzte Worte". Es ist ein Abschiedsdrama in düsteren Farben, das um die Themen Realität und Identität, Recht und Gerechtigkeit kreist.

"Ein Fall für Zwei", ZDF, Fr., 20.15 Uhr

(RP)