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Germany's Next Topmodel: Warum Diven ins Gefängnis mussten

Germany's Next Topmodel : Warum Diven ins Gefängnis mussten

Models müssen auch Schauspielerinnen sein. Zumindest bei Heidi Klum. Deshalb schickte sie ihre Debütantinnen in den Knast - in die Rolle des Bad Girls konnte sich dann aber nicht jedes der so genannten Mädchen versetzen.

Welche Kandidatinnen sind negativ aufgefallen?

Heidi Klum ist es wichtig, dass ihre "Mädels" gut schauspielern können. Warum, da war sie sehr direkt: "Mit Werbespots kann man unglaublich viel Geld verdienen. Das rentiert sich." Wenn das so ist, werden einige Kandidatinnen ihren Geldbeutel auf diese Weise nicht unbedingt füllen können.

Christine war so ein Fall. In einer Gefängnisszene sollten die Mädels eine verruchte Kriminelle spielen, die um ihre Freilassung bettelt. Christine war als Bad Girl dann eher lahm. Viel zu steif und mit deutlich hörbarem deutschem Akzent brach sie die paar englischen Sätze herunter. Doch da Christine bekanntermaßen Probleme damit hat, sich Dinge zu merken, wurde auch daraus nichts. Sie hatte Probleme mit dem Text. Dabei bemerkte sie nicht einmal, wie schlecht ihre Darbietung war. Deutlich übertrieben und mit lautem Gekreische versuchte sie sich wieder einmal in den Vordergrund zu drängen. Doch Kritik ist bei der 16-Jährigen meistens unerwünscht. Wenn trotzdem welche geäußert wird, wird Christine gleich zur Heulsuse. Zum Fremdschämen war es, als die Kandidatin in einer Limousine anfing zu weinen, nur weil die Musik zu laut war. Statt Partystimmung Heulkrampf, das sollte mal einer verstehen. Immerhin: Den Platz der nervigsten Kandidatin hat sie damit erobert.

Diven sind überall

Doch mit dem divenhaften Verhalten war sie diese Woche nicht allein. Ausgerechnet Bauerstochter Sabrina hat sich ein Verhalten zugelegt, das sie sich schnell wieder abgewöhnen sollte, wenn sie dabei bleiben will. Ihr Outfit für den Dreh gefiel der Blondine gar nicht. Das brummte sie auch gleich der Stylistin auf. Die Worte "ich hasse es" kamen weder bei ihr, noch bei der Jury gut an. Am Entscheidungstag spulte Heidi daher auch ihre Vorwurfsrede ab, die sie in dieser Staffel schon so häufig halten musste: Models können sich ihre Kleidung nicht aussuchen, müssen diese immer gut präsentieren und müssen vor allem am Anfang immer auf den Designer hören. "Sie ruht sich auf ihren Lorbeeren aus", erkannte die Jury richtig. Mit einem der schönsten Gesichter und zuvor soliden Leistungen sah sich Sabrina unbekümmert eine Runde weiter. Dieses Mal hatte sie Recht damit. Sie sollte sich aber nicht zu lange auf alten Erfolgen ausruhen.

Worüber ärgerte sich Ex-Juror Thomas Rath?

Thomas Rath ist bekannt aus vergangenen "Germany's Next Topmodel"-Staffeln. In dieser war er als Designer gefragt. Doch viel zu oft war der ehemalige Juror auch Kummerkasten für die Kandidatinnen. Denn Thomas Rath war einfach immer freundlich: Ein bisschen Sweetie hier, ein bisschen Schatzi da — die Mädels fühlten sich von Rath oft umschmeichelt. Was könnte so einen Mann überhaupt verärgern?

Wenn sich die Modelanwärterinnen hinsetzen, mit den Designerklamotten versteht sich. "Das regt mich natürlich sehr auf. Die Klamotten sind das Wichtigste. Das sind so Regeln, die muss man beherrschen", versuchte Rath die Kandidatinnen zu erziehen — und wehe, es setzte sich wieder eine hin. Dann konnte er überraschend streng werden. Auch Heidi Klum hatte dazu etwas zu sagen. Nämlich: "Das macht man nicht." Und ProSieben füllte sein Abendprogramm mit Einspielern von Supermodel Heidi. Die legte sich auch mal schräg ins Auto, um es mit knitterfreiem Kleid auf eine Preisverleihung zu schaffen. Ob sie sich da mal noch richtig anschnallen konnte?

Wer musste nach Hause?

Dieses Mal musste Jessika statt eines Fotos ihr Rückfahrtticket entgegen nehmen. Wer sich jetzt fragen sollte, wer denn bitte Jessika ist, dem sei gesagt: Da ist er wohl nicht der einzige. Denn Jessika fiel, ob negativ oder positiv bislang einfach mal gar nicht auf. Komisch, da es nur noch 13 Kandidatinnen waren. Genau darin lag ein Kritikpunkt der Jury. Denn die 16-Jährige kam einfach nicht aus sich heraus. Kein Wunder, dass ihr da auch das Schauspielern schwer fiel. Der schüchternen Kandidatin fehlte einfach das Selbstbewusstsein dazu. Ihre Unsicherheit versteckte sie daher hinter viel Gekreische. "Sie ist einfach noch nicht so weit", lautete Heidis Begründung.

Doch irgendwann musste es soweit kommen. Lange braune Haare, helle Augen, blasse Haut — so einen Typ gibt es in dieser Staffel oft. Kein Wunder, dass man als Zuschauer auch mal mit den Gesichtern durcheinander kommt. War das nun Jessika, Christine oder Janna? Immerhin wurde von der Jury schon gut ausgesiebt und so langsam wird die Sache überschaubar. Klar ist: Am Ende kann nur ein Klon übrig bleiben. Und um Jessika muss man sich dabei keine Gedanken mehr machen.

Fazit: Hat sich das Einschalten gelohnt?

Nun wissen wir, welche Kandidatinnen gut schauspielern können, welche lieber noch mal Unterricht nehmen sollten und welche es gleich bleiben lassen können. Aber gerade diese zwei Drehtermine haben für Spaß und Abwechslung gesorgt. Wohlbehütet aufgewachsenen Teenager durften mal so richtig Bad Girl sein. Was ein Spaß! Da zeigte man als Zuschauer teils mehr Emotionen als manche Kandidatin. Ansonsten folgte alles dem vertrauten Muster: Kleid anziehen, Gang runter laufen und posen — kein Platz für Überraschungen.