Aachener Friedenspreis: Preisträger Ruslan Kotsaba verzichtet

Nach Antisemitismus-Vorwürfen : Ruslan Kotsaba verzichtet auf Aachener Friedenspreis

Der Journalist Ruslan Kotsaba verzichtet auf den Aachener Friedenspreis. Er stand wegen eines Videos mit antisemitischen Äußerungen von 2011 in Kritik. Der Vorstand hatte die Ehrung zurückgenommen, eine endgültige Entscheidung stand noch aus.

Der ukrainische Journalist Ruslan Kotsaba (52) verzichtet auf die Auszeichnung mit dem Aachener Friedenspreis 2019. Der wegen antisemitischer Äußerungen in Kritik geratene designierte Preisträger habe sich zudem von den Aussagen aus dem Jahr 2011 glaubwürdig distanziert, teilte der Vorstand des Vereins Aachener Friedenspreis am Mittwochabend mit. "Menschen haben aus unserer Sicht das Recht, sich weiterzuentwickeln und auch grundlegende Einstellungen zu ändern", sagte Pressesprecherin Lea Heuser.

Kotsaba war der Preis zunächst Anfang Mai zuerkannt worden, weil er sich als einziger Journalist der Ukraine um eine objektive Berichterstattung über den Konflikt in der Ostukraine bemühe. In seinen Reportagen bezeichne er den kriegerischen Konflikt als "Bürgerkrieg und Brudermord" und rufe zur Kriegsdienstverweigerung auf. Als ein Video mit antisemitischen Äußerungen auftauchte, entschied der Vorstand sich für die Rücknahme der Ehrung. Hierüber hätte aber endgültig nur eine Außerordentliche Mitgliederversammlung entscheiden können. Dies ist mit Kotsabas Verzicht nun nicht mehr notwendig, jedoch werden Mitgliederversammlung am 14. Juni trotzdem stattfinden, um den Fall aufzuarbeiten.

Die Verleihung der mit je 2000 Euro dotierten Auszeichnung soll wie in den Vorjahren am Antikriegstag am 1. September in Aachen stattfinden. Weitere Preisträger sind der "Initiativkreis gegen Atomwaffen" und das Netzwerk "Büchel ist überall - atomwaffenfrei jetzt!". Der 1988 erstmals verliehene Preis will Personen oder Gruppen würdigen, die "von unten her" zu Frieden und Verständigung beitragen.

(lhen/kna)
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