Gaffer auf der A6: Polizist knöpft sich Autofahrer vor und bekommt Lob

Tödlicher Unfall auf der A6 : Polizist knöpft sich Gaffer vor - und bekommt Lob im Netz und vom Minister

Verständnis aufgebraucht: Polizei platzt der Kragen

Ein Verkehrspolizist hat nach einem tödlichen LKW-Unfall auf der A6 mehrere Gaffer mit ihrer Straftat konfrontiert. Er bot ihnen an, den Toten aus nächster Nähe zu sehen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat ihn für sein Eingreifen gelobt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat einen Verkehrspolizisten für sein Eingreifen gegen Schaulustige gelobt. „Das Verhalten vieler Gaffer ist unverschämt und unverantwortlich. Ich freue mich, dass der Polizeikollege das einigen Gaffern auch mal emotional nahegebracht hat“, schrieb Herrmann am Mittwoch auf Facebook.

Nach einem tödlichen Lkw-Unfall auf der A6 war dem Leiter der Verkehrspolizei Feucht, Stefan Pfeiffer, der Kragen geplatzt. Er nahm sich Gaffer vor, die den Unfall mit dem Handy filmten, und bot ihnen an, sich mit ihm der Unfallstelle zu nähern: „Sie wollen einen toten Menschen sehen? Ich führe Sie zu einem toten Menschen.“

Einige Fahrer hätten beim Filmen der Unfallszene keine Hand mehr am Steuer gehabt, kritisierte der Beamte. Auf der Gegenfahrbahn habe sich deshalb ein acht Kilometer langer Stau gebildet. Pfeiffer filmte dann seinerseits die Schaulustigen, um möglicherweise gegen sie vorzugehen. Bei dem Unfall war am Dienstag ein 47-Jähriger gestorben, der mit seinem Sattelzug auf einen Lastwagen aufgefahren war.

(lhen/dpa)
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