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Südkorea: Mordermittlungen gegen Sekte Shincheonji wegen Corona-Verbreitung

Tausende Infektionen in Südkorea : Sekte soll Corona-Verbreitung nicht gestoppt haben – Mordermittlungen gefordert

Mehr als 4000 Menschen haben sich in Südkorea bereits mit dem Coronavirus infiziert. Die meisten Fälle stehen in Zusammenhang mit der christlichen Sekte Shincheonji Church of Jesus. Gegen sie wird es nun möglicherweise strafrechtliche Ermittlungen geben.

Südkoreas Hauptstadt Seoul fordert vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Coronavirus im Land strafrechtliche Ermittlungen gegen die Sekte Shincheonji („Neuer Himmel, neue Erde“). Ein entsprechender Antrag auf Ermittlungen, unter anderem wegen Mordes, sei an die Staatsanwaltschaft übergeben worden, teilte die Stadtverwaltung von Seoul mit. Gefordert werden Ermittlungen gegen zwölf Anführer der Sekte, darunter Gründer Lee Man Hee. Dieser entschuldigte sich am Montag für die Ausbreitung des Virus.

„Wenn sie früh aktiv Maßnahmen ergriffen hätten, hätten wir den explosiven Anstieg von Covid-19-Fällen in Daegu und der Provinz Nord Gyeongbuk sowie den Tod mehrerer Menschen verhindern können“, erklärte Seouls Bürgermeister Park Won Soon mit Blick auf die Sekte auf seiner Facebook-Seite.

In Südkorea stieg die Zahl der Coronavirus-Fälle zuletzt stark an: In weniger als zwei Wochen wurden mehr als 4000 Fälle registriert. Die meisten Infektionsfälle stehen im Zusammenhang mit der christlichen Sekte Shincheonji Church of Jesus: Eine 61-jährige Anhängerin hatte trotz einer fiebrigen Erkrankung mindestens vier Gottesdienste der Glaubensgemeinschaft in der Millionenstadt Daegu besucht, bevor bei ihr das Coronavirus diagnostiziert worden war.

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Sektengründer Lee entschuldigte sich für die Rolle der Religionsgemeinschaft bei der Verbreitung des Virus. „Ich möchte mich im Namen der Mitglieder ernsthaft entschuldigen“, sagte der 88-Jährige vor Journalisten. „Wir haben uns sehr bemüht, waren aber nicht in der Lage es zu verhindern.“ Seine Gruppe arbeite aktiv mit der Regierung zusammen.

(hebu/AFP/dpa)