Mosambik: Zahl der Cholera-Toten steigt nach Zyklon "Idai"

Nach Zyklon „Idai“ : Zahl der Cholera-Toten in Mosambik steigt

In Mosambik gibt es nach Zyklon „Idai“ weitere Cholera-Tote. Mehr als 500 Menschen haben durch Sturm und Flutkatastrophe ihr Leben verloren. Die Regierung hat Behandlungszentren eingerichtet, am Mittwoch startet eine Impfkampagne.

In Mosambik kämpfen Regierung und internationale Helfer zwei Wochen nach dem Wirbelsturm „Idai“ mit Hochdruck gegen die Ausbreitung der Cholera. Bereits am Freitag waren zwei Todesfälle in Folge von Cholera bekanntgeworden, am Sonntag meldeten die Gesundheitsbehörden ein weiteres Todesopfer. Die offizielle Zahl der Todesfälle durch den Zyklon und die Flutkatastrophe stieg in den mosambikanischen Provinzen Sofala, Manica und Tete auf 518. Insgesamt verloren nach bislang vorliegenden Zahlen mehr als 700 Menschen ihr Leben in Mosambik, Simbabwe und Malawi.

Am Montag waren bereits neun von elf geplanten speziellen Behandlungszentren mit 400 Betten fertiggestellt, wie die UN-Koordinierungsstelle für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) mitteilte. Nachdem am Wochenende bereits mehr als 500 Krankheitsfälle in Beira und in den Flutprovinzen Zentralmosambiks registriert worden waren, ordnete die Regierung weitreichende Desinfektionsmaßnahmen an. Dazu zählt das Sprühen von Desinfektionsmitteln in der Hafenstadt Beira, wo mehr als eine halbe Million Menschen leben. Ab Mittwoch soll eine Impfkampagne mit Tabletten rund 900.000 Menschen gegen eine Erkrankung immunisieren. Mehr als 140.000 Mosambikaner leben derzeit in einem von mehr als 160 Auffanglagern.

Cholera ist eine der größten Sorgen nach dem Durchzug des Wirbelsturms durch Mosambik, Malawi und Simbabwe Mitte März. Die Durchfallkrankheit wird durch verseuchte Lebensmittel und verseuchtes Wasser übertragen. Sie kann binnen Stunden zum Tod führen, wenn die Erkrankten nicht schnell Flüssigkeit zugeführt bekommen. Die Weltgesundheitsorganisation hat 900 000 Dosen für Choleraschutzimpfungen angekündigt, die am Montag in der Region eintreffen sollten.

Die chinesische Regierung entsandte Ärzte und Nothelfer, die beim Kampf gegen Cholera in Beira helfen sollen. Chinesische Einsatzkräfte versprühten in Teilen der Hafenstadt Desinfektionsmittel, um die Ausbreitung der Krankheit zu bremsen.

Auch das US-Militär beteiligte sich an den humanitären Hilfen und beförderte mit Flugzeugen Lebensmittel von Südafrika nach Mosambik. Die Nahrungsmittel entstammten den Vorräten des Welternährungsprogramms und die USA hätten der Organisation zusätzlich fast 3,4 Millionen Dollar (3 Millionen Euro) gespendet, sagte Robert Mearkle, Sprecher der US-Botschaft.

(lhen/epd/AP)
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