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Sonsbeck: Schmidt: Kein Weg zurück in Polizeidienst

Sonsbeck : Schmidt: Kein Weg zurück in Polizeidienst

Sonsbecks neuer Bürgermeister gibt einen sicheren Beamtenstatus auf. Bis zur Vereidigung am 23. Juni will er sich auf seine Aufgaben vorbereiten.

Ein knapper Monat noch, dann muss Heiko Schmidt seinen sicheren Job als Polizeibeamter im Polizeipräsidium Krefeld an den Nagel hängen. "Man kann nicht zwei Dienstherren dienen", sagte gestern der frisch gewählte künftige Bürgermeister Sonsbecks. Entweder Beamter auf Lebenszeit beim Land NRW oder Wahlbeamter für sechs Jahre bei der Gemeinde Sonsbeck. Schmidt hat sich fürs Zweite entschieden, obwohl ihm der Rückweg zur Polizei vermutlich versperrt bleiben wird. "Ich könnte mich in sechs Jahren ganz neu bewerben. Aber ob ich dann noch genommen werde, ist eine andere Frage . . ."

Wenn das kein Ansporn ist, als Bürgermeister Gas zu geben. "Ich möchte gute Arbeit leisten und mich bis dahin beweisen, um nach sechs Jahren eine weitere Amtsperiode dranzuhängen", blickte der 37-Jährige in die Zukunft. Vorläufig kreisen seine Gedanken aber eher um die nächsten Wochen. Am 23. Juni wird Schmidt in der konstituierenden Sitzung des Rates als neuer Bürgermeister vereidigt. Bis dahin will er sich mit Hilfe des scheidenden Leo Giesbers so gut wie möglich auf seine Aufgaben vorbereiten. "Leo hat viel für mich zurückgelegt." Die Strukturen im Rathaus kennenlernen, die Mitarbeiter, die Aufgabenverteilung, all das werde ihn in den nächsten Wochen beschäftigen. "Ich möchte auch erfahren, welche Themen und Fragen die Bürger häufig stellen."

Wichtig sei es ihm auch, die Vertreter anderer Parteien und Fraktionen kennenzulernen, sagte CDU-Mann Schmidt. Der Kontakt zu anderen Parteien sei in den Wochen des Wahlkampfs spärlich gewesen. Das werde nachgeholt. Schmidt steht im Wort: Er wolle der Bürgermeister aller Sonsbecker sein, hatte er am Wahlabend bekrääftigt, und mit allen Parteien zum Wohle Sonsbecks zusammenarbeiten. "Wichtig ist, das man sich gegenseitig wertschätzt", ergänzte Schmidt gestern. Die absolute Mehrheit der CDU im Rat sei "Fluch und Segen zugleich." Sie könne die Arbeit einerseits vereinfachen. Andererseits: "Eine starke Opposition ist wichtig. Sie bringt Aspekte ein, die man sonst vielleicht übersehen würde."

Ganz große Impulse dürfe man von ihm am Anfang seiner Amtszeit nicht erwarten, sagte Schmidt gestern offen. "Ich will mir die 100 Tage Einarbeitungszeit nehmen. Ich werde sie auch brauchen." Eine Entscheidung muss er recht bald fällen: Wohin mit seiner Mutter Marlies Schmidt? Sie arbeitet im Vorzimmer des scheidenden Bürgermeisters Giesbers. Der neugewählte Bürgermeister ist ein Familienmensch. Am Wahlabend dankte er nicht nur seiner Frau Nadine und seiner Tochter Lina, sondern ausdrücklich auch seinen Eltern: "Sie haben mir beigebracht, an mich selbst zu glauben." Eine Mutter-Sohn-Beziehung im Amt möchte Heiko Schmidt aber vermeiden. "Das wäre sehr unglücklich. "Wir werden zeitnah eine Lösung finden."

(RP)