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Analyse: Neue Wege für Rat und Verwaltung

Analyse : Neue Wege für Rat und Verwaltung

Ab Sonntag wird Thomas Görtz auch offiziell Bürgermeister von Xanten sein. Der Rat wird sich am 23. Juni konstituieren. Die CDU zeigt sich gesprächsbereit. Das Klima in der Politik dürfte offener und konstruktiver werden.

Nach der kurzen Nacht war Thomas Görtz gestern um neun Uhr wieder an seinem Arbeitsplatz - im Büro des Kämmerers der Stadt Xanten. Bürgermeister ist er offiziell erst ab Sonntag - und damit deutlich früher als die meisten "Neuen" im Land. Denn Christian Strunk scheidet zum Monatsende aus dem Dienst aus, früher als die Amtszeit der Bürgermeister eigentlich endet.

Auf einer Personalversammlung wird Thomas Görtz den Mitarbeitern nächste Woche sagen, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen soll. Dabei wird er aber mit Sicherheit nicht in kurzer Zeit alles auf den Kopf stellen. Einige Gedanken hatte er schon in der Podiumsveranstaltung der Rheinischen Post vorgestellt - so eine Schnittstelle zwischen Bürgern und Verwaltung, ein Mitarbeiter, der sich umgehend und mit engem Draht zum Verwaltungschef um die Anliegen kümmern kann. Auch hatte er Sprechstunden in den Ortschaften angekündigt. Ob die Beigeordnetenstelle neu besetzt wird und in welche fachliche Ausrichtung, wird eng mit der Politik zu beraten zu sein. Einschnitte muss die Belegschaft in Xanten sicherlich nicht spüren, möglich scheint eher ein moderater Ausbau der Personalstärke.

Bei diesen Dingen wird der Rat mitsprechen - und nicht mehr allein die CDU-Fraktion. Die Christdemokraten, die sich gestern Abend zur ersten Runde trafen, werden Partner brauchen. Pankraz Gasseling kündigt Gesprächsbereitschaft an. Für grundlegende Zusammenarbeit müsste man die Weichen stellen, bevor der Rat sich am am 23. Juni konstituieren wird. Die CDU-Fraktion wird kurz vorher ihren Vorstand wählen - mit Kontinutät darf gerechnet werden. Bei SPD und FBI wird es Wechsel geben. Die jeweiligen Spitzenkandidaten Olaf Finke und Peter Hilbig dürften auch die Vorsitzenden werden. Sie stehen nun vor der Herausforderung, im neuen Rat selbst die Themen zu setzen. Denn erst mit eigenen Vorschlägen lässt sich testen, wie weit die Kompromissbereitschaft der CDU geht. Auch die Grünen werden sich mit dem zurückgewonnen Fraktionsstatus stärker einbringen.

Ist der Wahlkampf nun sofort vergessen? Das grobe Finale in Marienbaum wird Folgen haben. Die BBX-Fraktion dürfte für viele erst einmal kein Partner sein. Des einen Freud, des anderen Leid: Durch den Erfolg von Hans-Gerd van Bentum in Marienbaum gegen Paessens und Paessens zieht bei der SPD trotz des Wahlerfolgs die Liste nur bis Platzsieben. Heinrich Brauer käme damit nicht erneut in den Rat.

(RP)