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Willicher Ehrenring für Röhrscheid und Lambertz

Offizielle Ehrung am 8. Mai : Ehrenring für Röhrscheid und Lambertz

Der Rat der Stadt Willich hat einstimmig beschlossen, Bernd-Dieter Röhrscheid und Dieter Lambertz auszuzeichnen.

Große Ehre für zwei politische Urgesteine: Der Rat der Stadt Willich hat einstimmig beschlossen, Dieter Lambertz und Bernd-Dieter-Röhrscheid mit dem Ehrenring der Stadt Willich auszuzeichnen. Dieser kann an „Frauen und Männer verliehen werden, die sich in besonders hervorragender Weise um die Stadt Willich verdient gemacht haben“, heißt es in der Satzung. Die Zahl der Auszeichnungen ist auf zehn lebende Träger beschränkt. Die offizielle Ehrung der neuen Ehrenringträger, die sich beide im Anschluss an das Votum des Rates sichtlich bewegt bedankten, ist für die Sitzung des Rates am 8. Mai vorgesehen.

Der Ehrenring der Stadt Willich. Foto: Dieter Hehnen

Bernd-Dieter Röhrscheid, ehemaliger Studiendirektor am St.-Bernhard-Gymnasium, trat 1970 in die SPD ein und ist seitdem in vielfältiger Weise auf kommunalpolitischer Ebene tätig. Seit 1982 ist er Mitglied des SPD-Stadtbezirkes Schiefbahn. 1984 wurde er in den Rat der Stadt Willich gewählt, war 1985 bis 1989 zunächst stellvertretender Fraktionsvorsitzender, danach bis heute Fraktionschef. Röhrscheid war unter anderem Vorsitzender des Jugend- und Sportausschusses und des Jugendhilfeausschusses. Seit mehr als 30 Jahren ist er stellvertretender Vorsitzender des Sport- und Kulturausschusses und hat wesentliche Impulse für die kulturelle und sportive Entwicklung der Stadt gesetzt. Er hat unter anderem an der Gründung des städtischen Jugendamtes maßgeblich mitgearbeitet.

Bernd-Dieter Röhrscheid. Foto: Wolfgang Kaiser

Daneben übernahm Röhrscheid in zahlreichen Aufsichtsräten und Verwaltungsräten Mitverantwortung und war Mitgründer des Fördervereins der Schlossfestspiele Neersen (seit 2009 Vorstandsmitglied), als Hauptschöffe am Amtsgericht in Krefeld tätig und organisierte einen Partnerschaftslauf von mehr als 30 Läufern von Willich nach Linselles über 336 Kilometer. Im Zusammenhang mit seinem Einsatz für leu­kämiekranke Menschen rief er eine Typisierungsaktion ins Leben, bei der es zu mehr als 2000 Typisierungen, 100.000 Euro Spenden und zur Gründung des Vereins „StaR Stammzellspende Rheinland“ kam.

Einen Namen hat er sich vor allem als Kämpfer für eine Erinnerungskultur gemacht: Er war unter anderem 1986 an der Realisierung der Aufstellung von Erinnerungstafeln „Gegen Terror und Gewalt“ auf allen Friedhöfen der Stadt beteiligt, ebenso an der Aufstellung von zwei Gedenktafeln zur Erinnerung an die Synagogen in Anrath und Schiefbahn. Er trug entscheidend mit dazu bei, dass das zentrale Mahnmal zum Gedenken an die Ermordung der aus den Altgemeinden der Stadt Willich deportierten jüdischen Mitbürger 2001 am St.-Bernhard-Gymnasium aufgestellt wurde.

2011 gründete er mit Schülern des St.-Bernhard-Gymnasiums die „Stolperstein-AG“, die für alle aus der Stadt Willich deportierten oder geflüchteten jüdischen Mitbürger einen Stolperstein „Gegen das Vergessen“ setzt. Auf seine Initiative wurden 2012 in Schiefbahn zwei Straßen, die Kaufmann- und die Rübsteckstraße, zur Erinnerung an 1941 deportierte jüdische Familien benannt, 2018 eine Straße in Erinnerung an die Familie Lion. Gemeinsam mit dem Archivar der Stadt, Udo Holzenthal, verfasste er in fünfjähriger Arbeit ein Gedenkbuch über die „Geschichte der Juden in Willich“, außerdem die Bücher „Straßennamen in Schiefbahn” sowie „Straßennamen in Neersen”.

Seit 2012 arbeitet Röhrscheid im Vorstand der Heimat- und Geschichtsfreunde Willich mit, initiierte den Zusammenschluss der Bildungskooperation zwischen Stadtarchiv, dem St.-Bernhard-Gymnasium und den Heimat- und Geschichtsfreunden. Ehrenamtlich engagiert sich Röhrscheid auch für die evangelische Kirche der Stadt. 2005 erhielt Röhrscheid die Verdienstmedaille der Bundesrepublik.

Dieter Lambertz, 1944 auf der Gibbermühle in Neersen geboren, als ehemaliger Polizeibeamter noch heute als freiberuflicher Moderator, Kommunikations- und Präsentationstrainer und Mediator tätig, ist unter anderem Träger des Verdienstordens des Landes Niedersachsen, war unter anderem als Verkehrserziehungsbeamter bei der Kreispolizeibehörde Viersen auf vielfältige Weise in der Verkehrserziehung mit Kindern tätig und hat als Pilotprojekt die Aktion „Denk- und Dankzettel“ ins Leben gerufen. Auch das Programm „Ältere Menschen im Straßenverkehr“ sowie die Verkehrserziehung körperlich und geistig behinderter Menschen gehören zu seinem breiten Tätigkeitsspektrum. Als Mitautor von Heimatbüchern ist Lambertz ebenso in Erscheinung getreten wie als Gewerkschafter für den Bundeswehrverband und die Gewerkschaft der Polizei.

Dieter Lambertz. Foto: Kaiser, Wolfgang (wka)

Dieter Lambertz, seit 1972 Mitglied der Kreisverkehrswacht Viersen, wurde 2003 deren Vorsitzender und besitzt den Ehrenbrief mit der Goldenen Ehrennadel der Deutschen Verkehrswacht. Als aktiver Jugendtrainer und Jugendbetreuer bei Borussia Mönchengladbach (seit 1974) ist er auch Träger der Goldene Ehrennadel des Vereins. Daneben fallen seine politischen Aktivitäten ins Gewicht: Lambertz war und ist 1989 bis 2014 Mitglied der CDU-Landtagsfraktion (Polizeiarbeitskreis), seit 1994 Mitglied des Stadtrates, seit 1999 bis 2020 Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, seit 1994 Obmann oder Vorsitzender des Jugendhilfe- und Sozialausschusses, stellvertretender Bürgermeister von 2009 bis 2014. Seine Verdienste wurden schon 1991 unter anderem mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt. Darüber hinaus ist er Gründungsmitglied des Willicher Kinderschutzbundes, dessen Zweiter Vorsitzender er ist, außerdem ist er Zweiter Vorsitzender im Deutsch-Lettischen Freundeskreis. Auch dem Schützenwesen ist er aktiv zugewandt: Er ist Träger des Vereinsordens und der goldenen Ehrennadel der St.-Johannes-Schützengesellschaft Clörath Vennheide und des silbernen Verdienstordens des Bunds der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Weiter ist Lambertz Ehrenoffizier der Prinzengarde Willich, Träger der Ehrennadel der Freiwilligen Feuerwehr Willich in Silber und Ehrenmitglied des Bundes der Vertriebenen.