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Feuerwache des Löschzugs Willich an der St. Töniser Straße platzt aus allen Nähten

Neubau und zweite Zufahrt : Feuerwache: Konflikt mit Wohngebiet

Der Standort des Löschzugs Willich an der St. Töniser Straße ist zwar nicht optimal, aber der beste Kompromiss, sagt Feuerwehrchef Thomas Metzer. Nötig ist auch eine zweite Zufahrt über die Rückseite.

Die Anforderungen an die Feuerwehr und die Zahl der Einsätze sind in den vergangen Jahrzehnten immens gestiegen, was sich auch auf die benötigte Infrastruktur des Löschzugs Willich auswirkt. Die Feuerwache zog 1995 vom Kaiserplatz an die St. Töniser Straße – „aber dort hakt es inzwischen an allen Ecken und Enden“, sagt Willichs Feuerwehrchef Thomas Metzer. Ein weiteres Problem: Da der große Kreisverkehr in der Nähe der Wache, die Parkstraße und die St. Töniser Straße gerade im Berufsverkehr stark befahren sind, kommen die Freiwilligen Feuerwehrleute nicht selten mit ihren Fahrzeugen schlecht zur Wache, und auch beim Ausrücken gibt es oft Probleme.

Am Standort selbst ist zwar nicht zu rütteln, denn er ist wohl der beste Kompromiss im Stadtteil Willich, was die Erreichbarkeit der Wache für die Kameraden und die Nähe zu den Einsatzorten angeht. Aber über zwei Verbesserungen wird schon seit Längerem diskutiert. Da ist zum einen eine zweite Zufahrt über die Stichstraße der Parkstraße, rechts am „Hotel am Park“ vorbei und dann übers Feld zur Wache. Diese Lösung kam bereits im Sommer vorübergehend zum Tragen, als der große Kreisverkehr saniert wurde. Inzwischen ist von dieser Straße aber nichts mehr zu sehen. Bisher war das Thema „zweite Zufahrt“ an die Entwicklung des Neubaugebietes „Reinershof“ gekoppelt. Da dieses jedoch unter anderem wegen Beschwerden der Anwohner ins Stocken geraten ist, sagt Christian Pakusch, Vorsitzender des Willicher Planungsausschusses, nun, dass das Thema Zufahrt oberste Priorität bekommt. „Denn wir brauchen dringend eine weitere Zufahrt für die Feuerwehr.“ Die Stadt habe das Grundstück bewusst dafür gekauft.

Laut Feuerwehrchef Metzer gibt es die Forderung nach einer zweiten Zufahrt zur Wache schon seit über zehn Jahren. In den Morgenstunden sei es für die Kameraden im Einsatzfall schwierig, schnell zur Wache zu kommen, weil dann vor allem die Parkstraße verstopft sei. Gegen Abend hätten dann ausrückende Feuerwehrfahrzeuge Probleme, zum Einsatzort zu gelangen, weil dann auf der St. Töniser Straße viel Verkehr herrsche. Die vorübergehende Lösung in den Sommerferien habe sich durchaus bewährt. Wobei Pakusch betont, dass diese vorwiegend als Zufahrt für die Pkw der Feuerwehrleute gedacht sei, nicht als üblicher Weg für die schweren Einsatzfahrzeuge. Was Metzer allerdings in jüngster Zeit vermehrt beobachtet: Seit das China-Restaurant an der Parkstraße seine Gasträume erweitert habe, parkten immer mehr Gäste im öffentlichen Verkehrsraum, was den Verkehr zusätzlich behindere. Allerdings sei das Problem bei der Stadt inzwischen bekannt, an einer Lösung werden gearbeitet.

Neben dem Problem der Zu- und Abfahrt gibt es aber auch Erfordernisse, was die Wache selbst betrifft. Als die Wache 1995 bezogen wurde, hatte Willich nur rund 40.000 Einwohner, und es gab erst das Gewerbegebiet Münchheide I, auch Wekeln war noch längst nicht realisiert. Entsprechend, so Metzer, gab es damals pro Jahr etwa 100 Einsätze, inzwischen sind es 250. Und: Die Wache wurde für 60 bis 70 Kameraden ausgelegt, inzwischen sind es 100. Umkleiden, Sanitär- und Schulungsräume sind also deutlich zu klein, hinzu kommen verschärfte gesetzliche Vorgaben. So dürfen die Einsatzfahrzeuge heutzutage beispielsweise nicht mehr hintereinander in den Hallen stehen.

Im städtischen Haushalt des laufenden Jahres wurden für die Planungen einer neuen Feuerwache bereits Mittel eingestellt. Wenn der Haushalt Ende März rechtskräftig ist, werde es auch mit den Planungen vorangehen, versichert Christian Pakusch. „Es wäre natürlich schön, wenn wir in diesem Zuge auch endlich die zweite Zufahrt bauen können“, so der Ausschuss-Vorsitzende. Metzer betont, dass man sich gründlich Gedanken über die Erfordernisse einer Feuerwache machen müsse. Denn es sei davon auszugehen, dass die Herausforderungen an die Feuerwehren weiter wachsen.

Nach Informationen unserer Zeitung spielen bei einem Umbau der Wache auch Lärmschutz-Fragen eine entscheidende Rolle. Ein Anwohner soll schon geklagt haben. Dabei geht es wohl nicht um das laute Geräusch der Martinshörner der ausrückenden Einsatzfahrzeuge, sondern vielmehr um Lärmentwicklung im Übungsbetrieb. Ob also der bisherige Plan, das neue Gebäude im Jahr 2021 zu eröffnen, zu halten ist, ist daher fraglich. Und auch wie es mit dem Neubaugebiet Reinershof weitergeht, ist offen.