Stadt Willich: Katharinen-Hospital ist jetzt beschlagnahmt

Stadt Willich: Katharinen-Hospital ist jetzt beschlagnahmt

Die Bezirksregierung Arnsberg hat gestern verfügt, die Immobilie des ehemaligen Katharinen Hospitals in Willich zu beschlagnahmen und diese ab sofort als Erstaufnahmestation für Menschen in größter Not einzurichten. Das teilten gestern die Augustinus-Kliniken Neuss mit.

Die Beschlagnahmung sei erfolgt, "um die unmittelbar drohende Obdachlosigkeit - mit der Folgegefahr einer erheblichen Schädigung von Leib und Leben - der Asylbewerber abzuwenden." Alternative gleich geeignete Unterbringungskapazitäten, die sofort bezugsfertig wären und über eine funktionierende Infrastruktur verfügten, stünden laut Bezirksregierung derzeit nicht zur Verfügung, heißt es weiter in der Pressemitteilung des Krankenhauseigentümers.

Zur Zeit müssen etwa 6300 asylbegehrende Flüchtlinge in ganz Nordrhein-Westfalen untergebracht werden, obwohl nur eine Kapazität von 4800 Plätzen zur Verfügung steht. Täglich aber träfen rund 300 weitere Menschen ein.

Vor der Diskussion, die der Plan, im leerstehenden Krankenhaus Asylbewerber unterzubringen, in Willich auslöste, betont die Krankenhausgesellschaft, dass sie hinter dem Vorhaben der Bezirksregierung stehe. In der Pressemitteilung heißt es wörtlich: "Die St. Augustinus-Kliniken halten es für absolut sinnvoll und notwendig, dass die seit dem Sommer leerstehende Immobilie für heimatlose Flüchtlinge hergerichtet wird, und hoffen, dass die notleidenden Menschen in Willich offen und freundlich aufgenommen werden." Bürgermeister Josef Heyes sieht die Stadt nicht mehr im Obligo. Zusammen mit der Augustinus-Gesellschaft werde zeitnah eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant. Der Träger müsse jetzt noch klären, ob Betten und medizinisches Gerät abgezogen werden könnten oder nicht.

(hb)
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