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Interview: Serie Mit Der Apfelkönigin Fit Durch Den Sommer 5/5: Der Herbstdepression davonlaufen

Interview: Serie Mit Der Apfelkönigin Fit Durch Den Sommer 5/5 : Der Herbstdepression davonlaufen

Annica Lambertz gibt Tipps, wie man sich bei sinkenden Temperaturen draußen fit und gesund halten kann.

TÖNISVORST Der Sommer neigt sich langsam aber stetig seinem Ende zu. "Doch nur weil die Temperaturen sinken und die Blätter vermehrt von den Bäumen abwärts rieseln, muss die Gesundheits-Motivation noch lange nicht am Boden liegen", meint Apfelkönigin Annica Lambertz. Als Sportwissenschaftlerin und erfahrene Fitnesstrainerin verrät sie in dieser letzten Ausgabe der Serie "Mit der Apfelkönigin fit durch den Sommer" ein paar Aspekte, die Sie jetzt beim Aktiv-Sein an der frischen Luft beachten sollten.

Nach dem Training sollte man sich zwölf bis 24 Stunden Ruhe gönnen. Foto: Constanze Lambertz

Jetzt wo die Tage kürzer werden, liegt die ideale Zeit für lockere Trainingseinheiten zwischen 16 und 19 Uhr, denn Körperfunktionen und Biorhythmus sind dann auf "leistungsbereit" programmiert. Seien Sie nicht frustriert, wenn sich in den Mittags- und Abendstunden ein Leistungstief einschleicht. Schuld sind das schwindende Tageslicht im Herbst und die dadurch fehlende Serotoninausschüttung. Gegen die anschleichende Herbstdepression hilft aber vor allem eines: "Bewegung an der frischen Luft, denn dadurch wird nicht nur Stress abgebaut, sondern es werden Endorphine frei, die uns glücklicher sein lassen", sagt Annica. Um Motivationstiefs entgegenzuwirken, sollten Sie Trainingszeiten fix in Ihren Wochenplan notieren. Unterstützend wirken auch Trainingspartner und/oder Begleiter: Ob es Ihr Hund ist oder vielleicht sogar ein Partner, der Sie mit dem Rad unterwegs begleitet und Ihnen mit der Fahrradlampe zusätzlich den Weg in der Dämmerung leuchtet.

Um abzunehmen, muss man regelmäßig trainieren. Foto: CONSTANZE LAMBERTZ

So sind Sie richtig angezogen Die kühlere Luft lässt uns jetzt weniger schwitzen als im Sommer und befeuert zusätzlich den Kalorienverbrauch, weil der Körper mehr Energie aufwenden muss, um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. "Trotzdem sollte Ihre Bewegungseinheit nicht zur Zitterpartie werden", rät die Apfelkönigin. "Als Faustregel gilt: Wer zu Beginn leicht fröstelt, aber nicht friert, ist richtig angezogen." Kleidungstechnisch empfiehlt sich das Zwiebelprinzip: Je niedriger die Temperaturen, desto mehr "Zwiebelschichten" sollten Sie anlegen.

Dabei sollten Sie vor allem auf atmungsaktive Funktionskleidung achten und Baumwollprodukte eher meiden. Diese geben die Feuchtigkeit nämlich nicht ab, sondern saugen sie regelrecht auf und sind dann nass: Das Erkältungsrisiko steigt. Leichte Laufjacken schützen zusätzlich vor Wind und Regen. Besonders über den Kopf und die Hände verliert unser Körper viel Wärme. "Vor dem Auskühlen und drohenden Erkältungen bewahren uns dann leichte Mützen und Handschuhe" so die Expertin.

Nach dem Training heißt es: ab ins Warme und rein in die trockenen Klamotten! Denn gerade nach einer Belastung ist das Immunsystem besonders anfällig für Erkältungen. Und was ist, wenn die Nase schon läuft? Die Apfelkönigin empfiehlt "Solange Sie sich ansonsten kerngesund fühlen, ist eine Schniefnase kein Grund zur Beunruhigung. Wenn Sie sich jedoch krank und schlapp fühlen oder sogar Fieber haben, ist Sport absolut tabu!" Übrigens: Da die Nasenschleimhäute empfindlicher sind als die Lunge, ist die oft empfohlene Nasenatmung bei kühleren Temperaturen eher suboptimal. "Atmen Sie die kalte Luft stattdessen lieber durch ein Tuch vor dem Mund und bremsen Sie so die Kälte etwas aus."

Nach einem Ausdauertraining braucht ein trainierter Körper in etwa 12 Stunden Pause, Anfänger sollten sich laut der Expertin ruhig auch 24 Stunden Ruhe gönnen, um zu regenerieren. Die Anpassungsprozesse Ihres Körpers belohnen Sie in der Regenerationsphase sogar mit einem kleinen Leistungsplus (Superkompensation) - "der Körper erholt sich dabei über das Ausgangsniveau hinaus, ein neuer Trainingsreiz führt dann zur Leistungssteigerung" erklärt Annica.

Wer auch zum Ende des Sommers noch an seiner Figur arbeiten möchte, muss für ein Kilogramm Fett 7000 Kilokalorien verbrennen. Um dieses Pensum zu schaffen muss eine 65 Kilo schwere Frau ca. 13 Stunden mit lockeren 8 km/h laufen. Umgerechnet auf einen Monat entspricht das 3 Stunden moderates Training pro Woche für ein Kilo Fettverlust. "Dieser Plan geht aber auch nur dann auf, wenn Sie gleichzeitig weniger Kalorien zu sich nehmen, als Sie auf der Strecke lassen". Kurzum: Auch Spätsommer und Herbst sind wunderbare Jahreszeiten, um sich gesund und fit zu halten. Das beste Mittel, um Erkältungen dabei vorzubeugen, ist ein intaktes Immunsystem. "Damit dieses sich nicht so leicht aus dem Gleichgewicht bringen lässt, sind ausreichender Schlaf, eine gesunde Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft das A und O", sagt Apfelkönigin Annica.

(RP)