Babyleiche: Polizei schließt DNA-Analyse in der Bevölkerung nicht aus

Babyleiche in Willich : Polizei erwägt DNA-Analyse in der Bevölkerung

Das Landeskriminalamt hat ein Täterprofil erstellt, wonach auch der Vater den Säugling getötet haben könnte. Die DNA-Untersuchung wird nun auf männliche Verdächtige ausgeweitet. Die Babyleiche war in einem Bach gefunden worden.

War es doch der Vater? Sogenannte Profiler des Landeskriminalamtes in Düsseldorf haben nun eine Fallanalyse und ein Täterprofil zur am Freitag, 12. September, am Flöthbach von spielenden Kindern gefundenen Babyleiche vorgelegt. "Das Täterprofil passt zu unseren Ermittlungen, sodass nun neben der Kindsmutter auch der Kindsvater für die Tötung des Säuglings in Betracht zu ziehen ist", teilt Ingo Thiel, der Leiter der "Ermittlungskommission Flöth", mit.

Da inzwischen auch das Ergebnis der DNA-Analyse des toten Säuglings vorliegt, haben die Ermittler nun auch Vergleichsmaterial, um dem Vater des Kindes mit einer Speichelprobe auf die Spur zu kommen. "Wir werden nun die Speichelprobenentnahmen zum Vergleich auch auf männliche Tatverdächtige ausweiten", so Ingo Thiel. Wann und ob die Ermittler mit einer DNA-Reihenanalyse in der Bevölkerung beginnen, wollte Polizeisprecher Jürgen Lützen gestern noch nicht sagen. "Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren." Die Öffentlichkeitsarbeit habe jedoch schon zahlreiche, erfolgversprechende Hinweise erbracht, denen nun konsequent nachgegangen werde.

Die Ermittlungskommission geht immer noch davon aus, dass sich der Geburtsort des Babys in räumlich sehr enger Nähe zum Fundort im Flöthbach in Willich-Anrath befindet. Dabei müsse es sich aber nicht zwingend um die aktuelle Wohnung der Mutter oder des Vaters des Säuglings handeln. Vielmehr könnten die Eltern den Ort auch nur für die Geburt des Kindes aufgesucht haben.

Da der Flöthbach nach dem Starkregen jetzt wieder Wasser führt, haben die Ermittler am Wochenende ausprobiert, ob der Beutel mit der Babyleiche möglicherweise auch an einer anderen Stelle in den Flöthbach geworfen wurde und zur Fundstelle an der kleinen Fußgängerbrücke getrieben wurde. Dazu wurde ein sieben Kilogramm schwerer Vergleichsbeutel, der wie das Original mit Holzspaltkeilen beschwert war, ins Wasser gegeben. "Wir haben also getestet, ob die Strömung den sieben Kilo schweren Beutel weggetrieben haben könnte. Doch das war nicht der Fall. Wir gehen also davon aus, dass der Fundort des Beutels auch der Ablageort ist", so Jürgen Lützen.

Die "Ermittlungskommission Flöth" setzt weiterhin auf Hinweise aus Bevölkerung unter der Telefonnummer 02161 290 oder als E-Mail an ekfloeth.moenchengladbach@polizei.nrw.de

Hier geht es zur Bilderstrecke: Grausiger Fund: Säugling in Bach entdeckt

(RP)
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