Wesel: Rosenmontagszug steht vor dem Aus, weil Unterstellmöglichkeit für Wagen fehlt

Wesel: Aus für Rosenmontagszug abgewendet

Weil die Stadtwerke-Halle, die neun Prunkwagen als Unterstellplatz diente, vermietet wurde, hat der CAW ein Problem. Vorübergehend können sieben Fahrzeuge in zwei kleineren Stadtwerke-Hallen bleiben. Alternativen werden gesucht.

Noch vor Kurzem hat sich Thomas Holtkamp, der Präsident des Carnevals-Ausschusses-Wesel (CAW), große Sorgen um die Zukunft des Rosenmontagszuges gemacht. Denn es stand zu befürchten, dass der närrische Lindwurm am 4. März 2019 deutlich kürzer ausfallen würde als in den Jahren zuvor oder – im schlimmsten Fall – sogar hätte ganz auffallen müssen. Der Grund: Eine große Halle bei den Stadtwerken an der Emmericher Straße, die mehreren Karnevalsgesellschaften schon seit Jahren als kostenloser Unterstellplatz für insgesamt neun Motivwagen gedient hat, ist kurzfristig vermietet worden.

In einem Brief an Verwaltungschefin Ulrike Westkamp hatte Thomas Holtkamp deutlich gemacht, dass kurzfristig eine Lösung gefunden werden müsse für die drei CAW-Wagen, für die drei Fahrzeuge der Prinzengarde sowie für die Wagen des KVC, der KKG aus Büderich und der Traditionsgemeinschaft. Ansonsten würden sich einzelne Gesellschaften entweder komplett auflösen (KKG) oder mindestens einen Wagen verkaufen (CAW, Prinzengarde). „Eine solche Entwicklung hätte dann zur Folge, dass bei einem Verlust von einem Drittel der Wagen unseres Rosenmontagszuges eine Fortführung des närrischen Lindwurms durch unsere Stadt in Frage gestellt werden muss.“ Ein stark verkleinerter Umzug würde den umfangreichen Organisationsaufwand und die „explodierenden Kosten für ständig neue Sicherheitsauflagen und Unterbringung der Wagen nicht mehr rechtfertigen und wäre auch durch den CAW nicht mehr zu finanzieren“, heißt es in dem Schreiben an die Bürgermeisterin.

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Doch mittlerweile ist Holtkamp die größten Sorgen los. Stadtwerke-Chef und Ehrensenator des CAW Franz Michelbrink hat eine Möglichkeit gefunden, insgesamt sieben Wagen in zwei kleineren Hallen unterzubringen, nachdem zwei Wagen abgezogen wurden. „Die Stadtwerke können allerdings den Vereinen keine langfristige Perspektive bieten“, erklärte Franz Michelbrink im Gespräch mit unserer Redaktion. Man könne die beiden kleinen Hallen, in denen es vergleichsweise beengt zugeht, nur bis zum Ende der Session zur Verfügung stellen.

Thomas Holtkamp ist mehr als erleichtert, dass vergleichsweise schnell eine Übergangslösung gefunden wurde, die das Schlimmste verhindern konnte. Jetzt aber heißt es für den CAW möglichst schnell neue und kostengünstige, wenn nicht sogar kostenlose Unterstellmöglichkeiten in Hallen oder Scheuen zu finden. „Wir müssen schauen, dass wir wirklich eine kostenverträgliche Lösung finden. Denn die Ausgaben der Vereine steigen, beispielsweise für die Sicherheitswachen“, so Holtkamp. Er will demnächst mit den Präsidenten der Weseler Karnevalsvereine verschiedene Gedankenmodelle durchsprechen, um dann gemeinsam eine Entscheidung zu treffen, um langfristig die Tradition des Rosenmontagszuges durch die Innenstadt aufrecht erhalten zu können.

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