Wesel: CDU stimmt mit Linksbündnis für Gründung einer zweiten Gesamtschule

Wesel : Großes Bündnis für Weseler Schulfrieden

Weil eine Sekundarschule für die CDU letztlich doch keine echte Alternative ist, schließt sich die Fraktion dem Linksbündnis an und wird im November der Gründung einer zweiten Gesamtschule zustimmen.

Bis vor Kurzem hat die CDU-Fraktion noch intensiv nach einer Möglichkeit gesucht, eine echte Alternative zu der seit Jahren vom Linksbündnis aus SPD, Grünen und Linken geforderten zweiten Gesamtschule zu präsentieren. Doch nach Gesprächen mit Parteifreunden in den umliegenden Kommunen, in denen die Sekundarschulen bereits abgeschafft wurden oder nur mit Mühe am Leben erhalten werden, glaubt Fraktionschef Jürgen Linz und die Mehrheit seiner Mitstreiter jetzt, dass die Entscheidung alternativlos ist.

So wird die CDU nun während der Sondersitzung des Schul- und Sportausschusses am Donnerstag, 22. November, für die Gründung der (fünf- bis sechszügigen) Ida-Noddak-Gesamtschule stimmen, die ab Sommer 2019 im Gebäude der auslaufenden Realschule Mitte eine Heimat finden soll. Das jedenfalls machte Linz am Mittwoch während eines Pressetermins deutlich, bei dem die Vertreter des Linksbündnisses – Ludger Hovest (SPD), Marlies Hillefeld (Grüne), Norbert Segerath (Linke) – erneut dargestellt haben, dass mit der Gründung der zweiten Gesamtschule in Zeiten steigender Schülerzahlen „der Elternwille berücksichtigt wird“, ohne die beiden Gymnasien (AVG, KDG) und die Konrad-Duden-Realschule zu gefährden. Gleichzeitig wurde ein von allen Vieren unterzeichnetes Positionspapier zum Schulangebot in Wesel vorgestellt (siehe Textbox)

Mit der Gründung der Ida-Noddack-Gesamtschule wird auch das sukzessive Auslaufen des Hauptschulzweiges an der Duden-Realschule verbunden sein. Dieser Zweig war nötig geworden, weil im Frühjahr mehr als 20 Viertklässler mit Hauptschulempfehlung von der überfüllten Lauerhaas-Gesamtschule abgelehnt wurden und diese in Wesel nur in der Realschule unterkommen konnten. Dort werden sie ab Klasse sieben spezielle Kurse belegen und den Hauptschulabschluss machen können. „Dass Kinder nicht in der gewünschten Schulform unterrichtet werden, darf es in Wesel nicht mehr geben“, erklärte Linz. In dem Positionspapier heißt es übrigens: „Die bestehende Realschule wird in ihrer Dreizügigkeit so lange erhalten, wie es Anmeldungen für eine Dreizügigkeit gibt. Sie soll künftig als ,reine’ Realschule geführt werden.“

Dass die FDP und die WfW nach wie vor eine zweite Gesamtschule ablehnen und sich für eine Sekundarschule ohne Oberstufe stark machen, nehmen Linz, Hovest, Hillefeld und Segerath gelassen hin. Schließlich haben sie die deutliche Mehrheit und werden nach der Schulausschuss-Sondersitzung auch in der Sondersitzung des Rates am Dienstag, 27. November, für die Gründung der zweiten Gesamtschule stimmen.

Die in der Vergangenheit immer wieder geäußerte Befürchtung, die neue Gesamtschule werde womöglich Probleme bekommen, eine Oberstufe zu gründen (Mindestschülerzahl: 42), wurde mittlerweile von den Machern der Schul(raum)entwicklungsplanung widerlegt. Allein die Lauerhaas-Gesamtschule hat in ihren fünf Zügen mehr als 80 Oberstufenschüler. Und sollte es doch anders kommen, heißt es in dem Positionspapier, werde in einigen Jahren eine Sekundarschule gegründet.

Dass beide Schulen künftig etwa gleich viele Viertklässler mit Empfehlung fürs Gymnasium bekommen, dafür soll die Bezirksregierung sorgen, die zusammen mit den Schulleitungen im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens entscheidet, welches Kind zur Lauerhaas- und welches zur Noddack-Gesamtschule gehen wird.

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