Leichte Entwarnung vom Kreis Wesel Asbest-Grenzwerte im Berufskolleg Wesel nur leicht überschritten

Wesel · Nach dem Asbestfund im Berufskolleg Wesel haben Kreisverwaltung und Schulleitung Hintergründe erläutert. Die Grenzwerte wurden demnach nur leicht überschritten. Dennoch sei Vorsicht geboten. Die Schule sucht dringend Ersatzräume.

 Ein Infozettel an den Eingangstüren hat die Schüler, die am Morgen vor verschlossenen Türen gestanden haben, über den Grund der Schließung informiert.

Ein Infozettel an den Eingangstüren hat die Schüler, die am Morgen vor verschlossenen Türen gestanden haben, über den Grund der Schließung informiert.

Foto: Klaus Nikolei

Die Suche nach den Ursachen für die Asbestvorkommen in der Raumluft des Weseler Berufskollegs in der Feldmark hat begonnen. Der Kreis Wesel und die Schulleitung erklärten bei einer Pressekonferenz im Kreishaus die Hintergründe – und konnten zumindest leichte Entwarnung geben. So seien zweimal Messungen vorgenommen worden. Der Grenzwert für Asbest liege in Wohngebäuden bei 1000 Fasern pro Kubikmeter Luft. Tatsächlich gemessen wurden demnach in einem Fall 1023 Fasern pro Kubikmeter, in einem Fall 1025 Fasern pro Kubikmeter. Die Grenzwerte in Arbeitsumgebung liegen sogar um einiges höher: Dort sind bis zu 10.000 Fasern pro Kubikmeter erlaubt. Das ist auch der Grund, warum die Verantwortlichen mit relativer Gelassenheit auftraten. Bei der Pressekonferenz traten unter anderem Kreisdirektor Ralf Berensmeier, der für den Umweltbereich zuständige Dezernent Helmut Czyychi sowie Schulleiter Christian Drummer-Lempert auf.

Asbest ist stark krebserregend. Als Ursache wurden Systemtrennwände ausgemacht, die laut Immobilienmanagement in 61 Prozent der Räume des Berufskollegs verbaut sind. Die asbesthaltige Luft wiederum ist im naturwissenschaftlichen Trakt gemessen worden. Für mindestens zwei Wochen bleibt das Berufskolleg gesperrt. Schadhafte Stellen sollen abgeklebt werden, dann soll erneut die Raumluft geprüft werden. So will man der Problematik weiter auf die Schliche kommen.

 Das Berufskolleg in der Feldmark ist wegen erhöhter Asbestwerte vom Kreis geschlossen worden.

Das Berufskolleg in der Feldmark ist wegen erhöhter Asbestwerte vom Kreis geschlossen worden.

Foto: Klaus Nikolei

Die Suche nach Alternativräumen hat begonnen. Es stehen Prüfungen der Kammern sowie für das Abitur an. Zwei Wochen Unterrichtsausfall will sich keine Schule leisten. Möglichst schnell sollen die rund 3300 Schüler wieder unterrichtet werden. Die Lehrer trafen sich schon am heutigen Donnerstag im nicht von Schadstoffen belasteten Lehrerzimmer, um den weiteren Kurs abzustecken.

(fws)