Wesel: Brückenlicht schon im Test

Wesel: Brückenlicht schon im Test

Wind und Wetter machen den Arbeiten an den beiden Weseler Rheinbrücken weiter zu schaffen. Auch Hochwasser bremst bereits. Vorbereitungen auf den Abriss ruhen. Gestern gab es Probeläufe für die kunstvolle Beleuchtung.

Zu starker Wind hat zuletzt immer wieder zu Stillstand bei Arbeiten an den beiden Weseler Rheinbrücken geführt. Betroffen war einerseits die Vorbereitung auf die Demontage der alten Brücke (siehe Bericht unten). Zum anderen litt die Installation der kunstvollen Beleuchtung des neuen Bauwerks.

Wie mehrfach berichtet, soll es nachts in Blau und Cyan (einer Art Türkis), den Hausfarben der Altana AG erstrahlen. Das Weseler Unternehmen ist Sponsor der Inszenierung, die am Donnerstag, 12. Januar, offiziell in Betrieb gehen soll (siehe Info). Vieles ist geschafft, aber noch nicht alles. Außerdem steigt der Rhein, was die Arbeiten erschwert.

Anfangswehwehchen ausmerzen

Mit der blanken Montage von Strahlern ist es nicht getan. Wie Robin Uber von der Firma Lichtplan Köln) erklärt, müssen die Scheinwerfer natürlich genau ausgerichtet, aber auch eingebrannt werden. So ein Probelauf dauert rund 100 Stunden.

"Damit werden Anfangswehwehchen ausgemerzt", sagt Uber im Gespräch mit der Redaktion. "Es fallen zu Beginn schon mal nach kurzer Zeit Strahler aus. Pro Seil ist ein Scheinwerfer montiert. Wenn einer dunkel bleibt, dann ergibt das ein unschönes Bild. Es sieht aus wie ein Gebiss mit einer Zahnlücke", sagt Uber, der Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik ist.

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Wer genau hingeschaut hat, konnte am Montag tagsüber sehen, dass die Scheinwerfer an den Seilfüßen eingeschaltet waren. Bereits in der Woche vor Weihnachten war die sogenannte Horizontalbeleuchtung unter der Fahrbahn ausgerichtet worden.

Radarreflektor schwer zu erreichen

Probleme ergeben sich jetzt wegen des Hochwassers, weil das Gelände am linken Rheinufer bereits überspült ist. Von dort kann nun nicht von einer Arbeitsbühne aus der Radarreflektor des großen Brückenpfeilers erreicht werden. Wie Robin Uber gestern sagte, "glühen die Drähte", weil Entscheidungen zu fällen sind.

Dabei geht es unter anderem darum, eine andere Arbeitsbühne einzusetzen, um von oben, von der Fahrbahn aus, an den Reflektor heranzukommen. Dies war von vornherein als besonders schwierig eingestuft worden. Denn die Radarreflektoren für die Schifffahrt ragen 15 Meter weit über den Fluss hinaus.

Weil rheinauf die alte Brücke noch im Weg steht, wird das erst Mitte bis Ende 2012 fertig. Zunächst kann, so Uber, nur an dem rheinab installierten Ausleger Licht eingebaut werden. 80 bis 90 Prozent des aufsehenerregenden Projekts sollen jetzt vollendet werden.

(RP)