Szene: Großes Kino in der kleinen Kunstgalerie

Szene: Großes Kino in der kleinen Kunstgalerie

Kopfkino" heißt die erste Ausstellung des Kunstvereins in 2018. Und einen besseren Titel hätte es gar nicht geben können. Bei den großformatigen, farbenprächtigen Bildern von Max Siebel setzt automatisch das ganz persönliche Kino im Kopf ein. Ein tanzendes Trachtenpaar, ein einäugiges Monster auf dem Fahrrad, ein Skelett spielt Gitarre und über einer Mickey Mouse fliegen Würste.

Kopfkino" heißt die erste Ausstellung des Kunstvereins in 2018. Und einen besseren Titel hätte es gar nicht geben können. Bei den großformatigen, farbenprächtigen Bildern von Max Siebel setzt automatisch das ganz persönliche Kino im Kopf ein. Ein tanzendes Trachtenpaar, ein einäugiges Monster auf dem Fahrrad, ein Skelett spielt Gitarre und über einer Mickey Mouse fliegen Würste.

Was wie ein Alptraum klingt, sind wunderbare Collagen, handwerklich perfekt auf die Leinwand gebracht. "Titel oder Namen haben die Bilder nicht", erklärt Michael Dangel, Vorsitzender des Kunstvereins: "Das lenkt den Betrachter nur ab und vielleicht in eine falsche Richtung." Dangel hat den Künstler auf einer abendlichen Fahrradtour entdeckt. Mitten in Witzhelden hat er sein Atelier. Max Siebel (51), Amerikaner mit deutschen Wurzeln, wurde in New York geboren, studierte dort und auch in Paris. Neben der Malerei arbeitet er in der Werbung, entwirft Logos und zeichnet Comics. Offenbar ist da etwas vererbt worden. "Mein Vater hat die Figur für den Meister Proper erfunden", sagt Siebel, "und ich habe immer schon gemalt."

Von New York nach Witzhelden? Natürlich steckte da eine Frau dahinter. Zunächst ging es nach Köln. "Angedacht waren zwei Jahre. Dann gab es eine Wohngemeinschaft für fünf Jahre und nun sind es 15 Jahre im Bergischen Land", sagt Siebel. Er arbeitet in der Werbung, im Design, fertigt Porträts und verschiedene Auftragsarbeiten. Die Entstehung seiner Bilder dauert oft Jahre. Immer wieder wird verändert und übermalt. Es liebt das alte "deutsche Kulturgut", Darstellungen von Märchen oder von alten Zirkusplakaten. Dazu kommen Comics, Werbeschriften und Werbefiguren. Weiße Bären auf einer Kinderrutsche, ein Astronaut mit einem Tiger, ein Cowboy und dort unten in der Ecke, sind das nicht Hänsel und Gretel? Kunst liegt ja immer im Auge des Betrachters aber diese Bilder lassen keinen Besucher kalt. Ganz gleich ob die Bilder gefallen - das Kopfkino setzt sofort ein. Es gibt unglaublich viel zu entdecken und mit Fantasie ergeben sich daraus ganz tolle Geschichten. WALTER SCHUBERT

Öffnungszeiten Zu sehen sind die Bilder in der Galerie Markt 9 des Kunstvereins bis zum 18. März mittwochs und sonntags jeweils von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

(RP)