Wermelskirchen: Kulturstammtisch diskutiert über Haus Eifgen

Kulturstammtisch: Stadt wird Haus Eifgen nicht kaufen

Kulturstammtisch bei Kult-in-Wk im Haus Eifgen sieht erwartungsvoll der von der Stadtverwaltung geplanten Kulturkonferenz entgegen.

Überrascht zeigte sich der Vorsitzende der Kulturinitiative Wermelskirchen (Kult-in-Wk) beim jüngsten Treffen des von seinem Verein initiierten Kulturstammtisches im Haus Eifgen: Mit 20 Besuchern trotz Hitze und Ferienzeit hatte er nicht gerechnet. Angesichts der städtischen Haushaltslage fiel eine Aussage des Ersten Beigeordneten, Stefan Görnert, der regelmäßig den Kulturstammtisch besucht, weniger überraschend aus, wenn er auch klare Worte fand: „Die Stadt wird das Haus Eifgen nicht kaufen, da steht das Haushaltssicherungskonzept davor.“

Görnert beteuerte allerdings, dass die Stadtverwaltung das Haus Eifgen und dessen Nutzung durch Kult-in-Wk durchaus nach wie vor auf dem Schirm habe: „Wir loten alle Möglichkeiten aus, wie der Verein mit seinen Aktivitäten im Haus Eifgen bestehen bleiben kann.“ So könnte das Interkommunale, integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept (IKEHK) durchaus Chancen auf Fördergelder bieten. Das Haus Eifgen zähle mit zu dem Bereich Hüpp-Park bis EifgenStadion, den die Stadtverwaltung für eine Entwicklung ins Auge gefasst hat (wir berichteten). Allerdings, so Görnert: „Gelder aus diesem Fördertopf gehen ausschließlich an die öffentliche Hand. Die Stadt muss dann sehen, ob Geld an den Verein weitergeleitet werden kann und soll.“

Vor dem Hintergrund, dass die Kattwinkelsche Fabrik kein Eigenbetrieb mehr, sondern in die Stadtverwaltung integriert ist, wollten Peter Scheben (Kulturverein) und André Frowein (Wir in Wermelskirchen-Marketing und Jugendcafé Juca) wissen, welche Möglichkeiten zukünftig bestünden, die Räumlichkeiten der Katt als externer Veranstalter zu nutzen. Hier bat sich Görnert noch Zeit aus: „2018 ist das Jahr der Transformationsphase der Katt-Strukturen.“ Grundsätzlich würden innerhalb der Verwaltung zur Zeit alle Entgelteordnungen für die städtischen Gebäude diskutiert – dazu müsse auch die Kattwinkelsche Fabrik gehören. Stefan Görnert weiter: „Es müssen klare Regelungen her.“

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Der Beigeordnete machte deutlich: „Alles, was in der Katt passiert, muss zum Profil des Kulturzentrums passen. Eine Ü40-Party oder ähnliches wird es dort nicht geben.“ Dass eine qualitative Beurteilung einer Veranstaltung einer Zensur gleich käme, hielten Stammtisch-Teilnehmer dem Verwaltungsvertreter vor. Der betonte allerdings, dass die geplante Kulturkonferenz, zu der die Stadtverwaltung einladen will, für derartige Fragen die richtige Plattform wäre: „Wir wollen das moderieren.“ Ihm sei es ein wichtiges Anliegen, den Status der Kultur innerhalb der Stadtverwaltung zu stärken und auszubauen.

„Die Kulturkonferenz ist begrüßenswert. Die Frage danach, was Wermelskirchen als Ganzes für ein kulturelles Profil hat, was wo passiert und wer welches Konzept hat, muss und kann nur die Stadtverwaltung zusammenführen“, legte Michael Dierks die Messlatte abschließend sehr hoch.

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