Billard-WM in Viersen 2011 : Bronze bei der Billard-WM

Das Finale schauten sich die Bronze-Gewinner gar nicht erst an. Nach dem Aus im Halbfinale der 22. Billard-Weltmeisterschaft in Viersen suchte das deutsche Doppel, Martin Horn und Stefan Galla, lieber eine Fußballkneipe auf – die bekennenden Schalke-Fans hofften, den Frust über die Niederlage gegen die Türkei mit einem königsblauen Sieg in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen abschütteln zu können.

Das Finale schauten sich die Bronze-Gewinner gar nicht erst an. Nach dem Aus im Halbfinale der 22. Billard-Weltmeisterschaft in Viersen suchte das deutsche Doppel, Martin Horn und Stefan Galla, lieber eine Fußballkneipe auf — die bekennenden Schalke-Fans hofften, den Frust über die Niederlage gegen die Türkei mit einem königsblauen Sieg in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen abschütteln zu können.

Lange konnte sich das Duo das Spiel jedoch nicht anschauen. Weil die Türkei im Finale kurzen Prozess mit Belgien machte, wurden die Herren schon bald wieder erwartet — zur Siegerehrung. Mit der Medaille um den Hals war die Laune im deutschen Lager dann auch schon viel besser. "Wenn man bedenkt, dass unser Ziel das Viertelfinale war, ist Platz drei doch ein großartiger Erfolg für uns", sagte Horn.

Dessen Partner, Stefan Galla, strahlte indes wie ein Honigkuchenpferd. Sieben Jahre fehlte er auf internationalen Turnieren, wegen der Verletzung von Christian Rudolph (Bandscheibenvorfall) rückte er ins A-Team auf. Vor dem Turnier gab es nicht wenige Stimmen, die Galla das hohe Niveau einer Weltmeisterschaft nicht zugetraut hatten.

Stefan Galla versuchte, kühlen Kopf zu bewahren. "Am Anfang war der Druck sehr groß", sagte er. "Doch schon früh kam ich rein, verspürte überhaupt kein Flattern mehr." Dazu kam der Erfolg: Im Viertelfinale gegen Dänemark trotzte der Debütant dem Dänen Tonny Carlsen zwei Sätze ab — und ermöglichte damit seinem Partner Horn, durch einen 3:1-Sieg den Halbfinaleinzug zu sichern. "Das war eine super Teamleistung", fand Bundestrainer Werner Naruhn.

Im Halbfinale sah es ähnlich gut aus. Beide Deutschen gewannen gegen den späteren Weltmeister ihre Eröffnungssätze. Danach taten sich Horn und Galla jedoch schwer. "Wir haben nicht unsere Bestleistung abgerufen", sagte Galla. Die Türken spielten auch nicht fehlerfrei, eröffneten den Deutschen viele Gelegenheiten zu einfachen Punkten — die diese aber nicht nutzten. Im dritten Satz lag Galla gegen den Türken Lüfti Cenet sogar mit 0:14 zurück (ein Satz geht bis 15 Punkte). Immerhin kämpfte er sich noch zu einem 8:15. "Da ist mir wer weiß was durch den Kopf gegangen", sagte Galla. "Wenn du 0:14 zurückliegst, bleibt dir nichts anderes, als dich irgendwie zu konzentrieren." Es sollte dennoch nicht reichen. Nach der Niederlage Gallas gegen Cenet war das Halbfinale vorbei.

"Es ist was anderes, ob Stefan in einem holländischen Klublokal oder hier vor Hunderten Zuschauern spielt", sagte Trainer Naruhn. "Aber er hat seine Sache gut gemacht. In dieser Form ist er nächstes Jahr auch dabei." Über das Lob freute sich Galla besonders: "Mit einem Partner wie Horn zu spielen, macht einem das Leben auch viel einfacher." Und am Ende tröstete der dritte Platz sogar über die Schalker 0:2-Niederlage hinweg.

(RP)