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Billard-WM in Viersen 2011: Stimmung wie beim Fußball

Billard-WM in Viersen 2011 : Stimmung wie beim Fußball

Die Türkei ist Weltmeister, Deutschland holt Bronze. Die Billard-WM der Dreiband-Nationalmannschaften hat wieder großen Sport und tolle Stimmung geboten. Ganz nah dran waren zwei junge Fans mit großen Zielen.

Irgendwann wollen Michael Ramge und Tom Löwe nicht nur als Zuschauer beim WM-Finale dabei sein. Die 13-jährigen Freunde gehören zum hoffnungsvollen deutschen Billard-Nachwuchs — und zur begeisterten Fan-Gemeinde bei der WM. Tom, der bei den Billardfreunden Lobberich spielt, ist kürzlich Dritter bei den Deutschen Meisterschaften der unter 15-Jährigen geworden. Michael, der mit einem Tross vom Billardclub Hilden in der Festhalle ist, hat sogar Platz zwei geschafft.

Im Halbfinale ausgeschieden

Die beiden Lieblingsspieler der Jung-Cracks, Martin Horn und Dick Jaspers, haben es nicht ins Finale geschafft. Sowohl die Niederlande als auch Deutschland sind im Halbfinale ausgeschieden. Die Entscheidung fiel jeweils an Tisch Zwei, wo der Belgier Eddy Leppens und der Türke Lütfi Cenet zu stark waren für Raimond Burgman und den deutschen Publikumsliebling Stefan Galla. "Schade", meinte Bundestrainer Werner Naruhn, "da war mehr drin. Stefan hat Riesenbälle gespielt, aber auch ein paar einfache nicht gemacht." Auf diesem Niveau rächt sich das. Doch grämen wollten sich weder Naruhn noch Galla, der kurzfristig für den verletzten Christian Rudolph einsprang und sich wie Bolle über die Bronzemedaille freute.

Am Publikum hat es jedenfalls nicht gelegen, dass Deutschland das Finale verpasste. "Die Atmosphäre war genial. Das pusht einen", verteilte Galla Komplimente an die Zuschauer. Nicht nur er fühlte sich zeitweise an die Stimmung in einem Fußballstadion erinnert. Ein Fan im Deutschland-Trikot hatte sogar eine Vuvuzela dabei und machte damit ordentlich Alarm — das gab es noch nie in der ehrwürdigen Festhalle.

Im Finale ebbte der Akustik-Pegel dann ein wenig ab, weil in Deutschland und den Holländern die Teams mit den größten Fankolonien die Segel strichen. Das änderte freilich nichts daran, dass weiter hochklassiger Sport geboten wurde. Wie so oft wurde die Partie am zweiten Tisch entschieden. Während sich die Top-10-Spieler Eddy Merckx und Tayfun Tasdemir an Tisch 1 in einem engen Duell neutralisierten, setzte sich Lütfi Cenet im Match der wohl besten Nummer-Zwei-Spieler des Turniers überraschend glatt mit 3:0 Sätzen gegen Leppens durch. Das war der Sieg, den Cenet mit einem Luftsprung feierte, der dem seligen Hans Rosenthal zur Ehre gereicht hätte. "Ich mag Viersen", brachte der glückselige Türke im Sieger-Interview noch so gerade hervor.

Tom Löwe nutzt die Gelegenheit, ein bisschen Weltmeister-Feeling mitzunehmen. Er lässt gleich mal ein Erinnerungsfoto mit sich und den Weltmeistern Tayfun Tasdemir und Lütfi Cenet schießen. Von Martin Horn hat sich das Lobbericher Nachwuchs-Talent schon vorher ein paar Tipps geholt. Man muss halt was tun, wenn man große Ziele hat.

Ein Video von der Billard-WM können Sie ab Montagnachmittag unter rp-online/viersen.de anschauen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Billard WM 2011: Das sind die Spielregeln

(RP)