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Billard-WM in Viersen 2011: Mathe mit dem Besenstiel

Billard-WM in Viersen 2011 : Mathe mit dem Besenstiel

Mit Tennisbällen, einem selbstgebauten Billardtisch und einem Besen ist die Klasse 6 a des Gymnasiums in Dülken mathematischen Geheimnissen auf der Spur. Die Billard-WM ist Thema im Mathematikunterricht.

Der große, selbst gebaute Billardtisch mit seiner blauen Spielfläche — umrahmt von vier dicken Balken — der auf den Tischen im Klassenraum der 6 a des Clara- Schumann-Gymnasiums in Dülken steht, zieht die Blicke der Sechstklässler magisch an. Der Kommentar "cool" ist gleich mehrfach zu hören. "Da werden wir gleich dran spielen und feststellen, ob unsere Theorie, die wir in der letzten Stunde aufgestellt haben, richtig ist. Wie war das noch mal?", möchte Mathematiklehrer Dominik Douteil wissen. Finger fliegen in die Höhe. "Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel", kommt die richtige Antwort von Gina (elf Jahre).

Vier Schüler beim Experiment

Douteil beginnt mit den Erklärungen am Billardtisch. Vier Schüler sind jeweils nötig, um das Experiment durchzuführen. Einer, der die Kugel stößt, einer der den Ausgangspunkt der Kugel festhält, einer den Anstoßplatz an der Bande und einer den weiteren Weg der Kugel. Ein Queue gibt es zwar nicht, dafür muss der Besen der Klasse herhalten.

Matthias (elf Jahre) darf den ersten Stoß machen, doch zuvor zeigt Douteil, wie das "Queue" gehalten werden muss, damit es keine Löcher in der blauen Bespannung gibt. Matthias stößt zu und der Tennisball rollt. Blitzschnell legt Noah (elf Jahre) die Hand auf den Ausgangspunkt des Balles, Jenni (zwölf Jahre) markiert die Bandenstelle und Leon (zwölf Jahre) hält den weiteren Weg fest.

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Mit zwei Stöcken markieren die Schüler die Strecke. Dann kommt das Geodreieck zum Einsatz. Die Winkel stimmen nicht exakt überein, also muss das Experiment noch einmal wiederholt werden. "Wir müssen genauer arbeiten", lautet der Tenor der vier. Während die eine Gruppe Billard am Tisch spielt, führen die nächsten das Experiment am Laptop durch und der Rest der Klasse arbeitet mit vorbereiteten Arbeitsblättern zum Thema.

Im Mathematikunterricht der sechsten Klassen des Dülkener Clara-Schumann-Gymnasiums wird derzeit die Billard-Weltmeisterschaft thematisiert. Statt theoretischer Mathematik geht es praktisch zu. Winkelberechnungen, Relationen, Symmetrie, Prozentrechnung, Flächenberechnungen, Tabellen auswerten — alles findet praktische Beispiele bei der Billard-WM. Die Idee zu dem Ganzen hatte Douteil schon im vergangenen Jahr. Im kleinen Rahmen führte er Winkelberechnungen, die bei den sechsten Klassen auf dem Lehrplan standen, mit Hilfe des Billardspiels ein. "Mir kam die Idee, das auszuweiten, und ich stellte das von mir erarbeitete Konzept unserem Schulleiter und in der Fachkonferenz vor", erinnert sich der Lehrer. Mathematikunterricht mache so einfach mehr Spaß, so die Schüler.

(RP)