Ingo Thiel: Der Mann für die kniffeligen, grausamen Fälle

Kriminalermittler Ingo Thiel: Der Mann für die kniffeligen, grausamen Fälle

Der Mönchengladbacher Hauptkommissar Ingo Thiel wird von vielen geschätzt. Er kann eine hohe Aufklärungsquote vorweisen. Aktuell leitet er die Ermittlungen im Fall der getöteten 15-Jährigen in Viersen.

„Star-Ermittler“ wird er oft genannt oder auch „Super-Kommissar“. Dabei mag er das gar nicht gerne. Kriminalhauptkommissar Ingo Thiel, der nach der Messerattacke auf eine 15-Jährige in Viersen ermittelt, betont immer wieder, dass die Arbeit in einer Mordkommission Teamarbeit ist. Das war auch im Januar 2011 so. Da hatten Thiel und sein Team gerade den Mörder des zehnjährigen Mirco aus Grefrath gefasst. Chefermittler Thiel bedankte sich als erstes bei „seiner Truppe“.

Dennoch strahlt Ingo Thiel Autorität aus. Er ist passioniert und energisch. Das kommt bei vielen gut an. Auch bei Schauspieler Heino Ferch, der Thiel in dem Film „Ein Kind wird gesucht“ verkörperte. In dem Krimi, eine ZDF/Arte-Produktion, wird der Fall Mirco nachgespielt. Vor den Dreharbeiten hat Heino Ferch den Mönchengladbacher Hauptkommissar bei der Arbeit beobachtet. Thiel: „Die Leute haben später gesagt: Der läuft schon wie du.“

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Dem mehrfach ausgezeichneten Schauspieler hat die Rolle als Mönchengladbacher Hauptkommissar Thiel offenbar gefallen. So sehr, dass er ihn noch einmal spielen will. In diesem Jahr soll noch eine Fortsetzung mit einem realen Fall aus dem Ruhrgebiet gedreht werden. Ferch ermittelt wieder als Thiel. Weitere Folgen sind nicht ausgeschlossen. Vielleicht auch wieder anhand echter Fälle des Mönchengladbacher Hauptkommissars mit der hohen Aufklärungsquote. Denn der 55-Jährige ist ein Mann für die kniffeligen Tötungsdelikte, für die grausamen und blutigen. Thiel und sein Team überführten den scheinbar braven Rentner aus Mönchengladbach, der seine Lebensgefährtin auf bestialische Art und Weise tötete. Sie entlockten dem Vater des kleinen Ben, dem Mönchengladbacher, der sein Baby quälte und tötete, weil es ihn nicht ausschlafen ließ, ein umfassendes Geständnis. Ebenso den Eltern von Säugling Leo, der nur 19 Tage leben durfte.

Wenn Ingo Thiel von seinen abgeschlossenen Ermittlungen berichtet, zeigt er auch Emotionen. Tragische Geschichten lassen ihn nicht kalt, wenn Kinder misshandelt werden, macht ihn das unfassbar wütend. Das sagt er auch mit klaren Worten. Und er gibt auch freimütig zu, dass ihm in manchen Situationen die Tränen kommen. An Mircos Grab hat Thiel geweint. Das war überhaupt sein dramatischster Fall. Über 150 Tage dauerten die Ermittlungen, über 150 Tage sah Thiel seine Familie nicht. Über die größte Fahndung in der Geschichte der Bundesrepublik schrieb Thiel zusammen mit dem Journalisten Bertram Job als Co-Autor sogar ein Buch. Daraus sollte später der Stoff für den Film mit Heino Ferch in der Hauptrolle werden.

(gap)