Viersen: Zwei Feuer in ehemaligem Verwaltungsgebäude

Feuerwehreinsatz in Viersen: Dachstuhl von denkmalgeschütztem Gebäude in Flammen

Auf dem ehemaligen Firmengelände von Rapido in Viersen hat es in der Nacht zu Dienstag gleich zweimal gebrannt. Der Dachstuhl des Gebäudes ist komplett zerstört.

Wie die Feuerwehr mitteilte, brach das erste Freuer gegen 19.25 Uhr aus. Die Flammen breiteten sich im Dachstuhl des ehemaligen Verwaltungsgebäudes aus. Laut Feuerwehr war das Gebäudeinnere nicht mehr sicher, die Einsatzkräfte löschten deswegen nur von außen. Gegen 19.59 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, um kurz nach 20.30 Uhr waren auch die letzten Brandnester gelöscht.

Gegen 0.50 Uhr musste die Feuerwehr erneut zum gleichen Gebäude ausrücken. Zu dem Zeitpunkt stand bereits der gesamte Dachstuhl in Flammen. Der Brandgeruch zog über weite Teile Alt-Viersens.

Löscharbeiten bis in den Morgen

Feuerwehrchef Frank Kersbaum sagte in seiner ersten Einschätzung, das zweite Feuer sei wahrscheinlich in einem Bereich entstanden, der vom ersten Feuer nicht betroffen war.

Zuerst sicherte die Feuerwehr die Nachbargebäude. Nachdem der Dachstuhl eingestürzt war, konnte der Brand erst gelöscht werden. Die Arbeiten dauerten bis 6.30 Uhr.

Bei dem Gebäudekomplex handelt es sich um die ehemalige Herd- und Ofenfabrik Gebrüder Dinsing. Die wesentlichen Gebäude sind 1898 und 1909 fertiggestellt worden.

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Gebäude seit 2005 unter Denkmalschutz

In der Begründung für die Eintragung in die Denkmalliste heißt es, das Werk sei ein „eindrucksvoller Beleg für die in Stadt und Kreis Viersen vielfältig entwickelte eisenverarbeitende Industrie“. Die Dinsing-Werke gingen 1971 in Konkurs. Anschließend nutzte Rapido das Gelände. Die Produktion wurde vor Jahren eingestellt.

In dem Gebäudekomplex hat es in den vergangenen Jahren immer wieder größere und kleinere Brände gegeben. Meistens wurde Brandstiftung als Ursache festgestellt, ohne dass aber Täter ermittelt werden konnten. Wiederholt wurden Forderungen laut, die Stadt solle für den Abriss des Werks sorgen.

Stadt will mit Eigentümer sprechen

Da der Komplex in Privateigentum steht und zudem denkmalgeschützt ist, sind der Verwaltung enge Grenzen gesetzt. „Wir können nur dann eingreifen, wenn von dem Gebäude eine unmittelbare Gefahr ausgeht, die über die Grundstückgrenzen hinaus wirkt“, sagt Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller.

Diese Voraussetzungen seien bislang nicht gegeben gewesen. Allerdings werde die Stadt, wie schon bisher, auch nach dem jetzigen Brand die Situation neu prüfen und das Gespräch mit dem Eigentümer suchen.

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(skr)
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