Solingen: "Wir sind Wähler von morgen"

Solingen: "Wir sind Wähler von morgen"

Schüler wehren sich gegen neuerliche Kürzungen im Busverkehr. Bis 2012 sollen dort 750 000 Euro eingespart werden. "Es kann nicht sein, dass Menschen ohne eigenes Fahrzeug in Solingen nach einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr mobil sind", findet Yannik Zoubeck.

Im Zuge des städtischen Sparpaketes sollen die Verkehrsbetriebe der Solinger Stadtwerke (SWS) 750 000 Euro bis 2012 einsparen. Dies bedeutet erneute Einschnitte bei den Busverbindungen und somit weniger Mobilität in den Stadtgrenzen. Gerade Menschen, die nicht motorisiert sind, fühlen sich von den Einsparmaßnahmen betroffen. Noch ist nicht klar, wie diese genau aussehen werden. "Für uns Schüler wird es dann noch schwerer als bisher, in Solingen von A nach B zu kommen", glaubt Yannik Zoubeck. Der Schüler des Gymnasiums Vogelsang erinnert sich noch gut an die Einsparmaßnahmen im Winter 2007 und die Verlagerung auf die Nachtexpresse. "Schon damals haben wir zu spüren bekommen, was eingeschränkte Busverbindungen für uns Jugendliche bedeuten", sagt der 16-Jährige. Nun möchte er sich gegen weitere Kürzungen wehren.

Vor ein paar Monaten erhielt die Schülervertretung (SV) des Gymnasiums, deren Mitglied Yannik Zoubeck ist, einen Brief der Bürgerinitiative "Solingen gehört uns". Sie setzt sich unter anderem auch gegen die Kürzungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ein. "Seitdem besuche ich stellvertretend für die SV die Sitzungen der Bürgerinitiative, denn ihre Ziele decken sich weitgehend mit unseren", so der Elftklässler.

Er selbst ist wie viele seiner Klassenkameraden auf die Busverbindungen angewiesen. "Ich lebe am Rand von Gräfrath und muss täglich eine halbe Stunde mit dem Bus zur Schule fahren." Auch während seiner Freizeit kann Yannik ohne Auto oder Mofa nicht auf die Busse verzichten. "Es kann einfach nicht sein, dass Menschen ohne eigenes Fahrzeug in Solingen nach einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr mobil sind", findet Yannik Zoubeck. Außerdem sieht er die Tatsache kritisch, dass noch keine konkreten Kürzungspläne vorliegen: "Eine Vertreterin der Verkehrsbetriebe konnte hierzu vor dem Jugendstadtrat keine genaue Aussage machen", bedauert er.

Bei seinen Mitschülern rennt Yannik mit seinem Engagement offene Türen ein: "Die meisten denken so wie ich und möchten sich ebenfalls gegen die Kürzungen wehren." Deshalb hat die Schülervertretung nun in der Oberstufe Unterschriften gesammelt. Rund 100 sind bereits zusammengekommen. "Wir möchten so klarmachen, dass wir als Wähler von morgen Kürzungen keinesfalls gleichgültig gegenüberstehen", betont Yannik Zoubeck.

Er wünscht sich nicht nur das Verhindern erneuter Kürzungen, sondern plädiert auch für eine Verbesserung der jetzigen Busverbindungen.

(RP)