Solingen: Birkerbad wieder in Gefahr

Solingen: Birkerbad wieder in Gefahr

Weil die Stadt Mittel eindampfen will, sieht die Lebenshilfe ihr Konzept für Eishalle und Bad bedroht. Notfalls will man eigene Wellnessbad- und damit die Bäderpläne der Stadt versenken.

Die Übernahme des Birkerbades durch die Lebenshilfe hängt offensichtlich wieder am seidenen Faden. Nachdem nämlich bekannt wurde, dass die Stadt die Eissport-Zuschüsse um 60 000 Euro jährlich kürzen will, sieht die gemeinnützige Organisation ihr Gesamtkonzept für Eissporthalle sowie Bad in akuter Gefahr.

"Wir werden uns in Kürze zu einer internen Krisensitzung treffen", kündigte Lebenshilfe-Vorsitzender Kurt-Reiner Witte gestern an. Gegenüber unserer Zeitung ließ Witte jedoch schon mal keinen Zweifel, dass man nicht bereit ist, "ein überhöhtes Risiko einzugehen". Immerhin bedeute eine Kürzung der Zuschüsse "um 50 Prozent" einen herben Schlag. Und das könnte am Ende auch die Pläne der Lebenshilfe versenken, das Birkerbad in ein Wellnessbad umzubauen sowie über die Energieversorgung mit der Eishalle zu verbinden.

Kombibad durch die Hintertür?

Bisher wurden die Eissportvereine mit 120 0000 Euro bedacht, mit denen sie Stunden in der von der Lebenshilfe betriebenen Eishalle bezahlten. Mit der Streichung von 60 000 Euro im Zuge der Sparliste, die Ende Februar im Rat präsentiert wurde, will die Verwaltung nun zur Konsolidierung des maroden Haushaltes beitragen. Und könnte vielleicht am Ende doch nur einen anderen, ebenso sanierungsbedürftigen Bereich zum Zusammenbruch führen. Immerhin ist im Sparkonzept ja auch vorgesehen, das Hallenbad Vogelsang dicht zu machen. Fürs Vereins-, Schul- und Freizeitschwimmen blieben dann nur noch das Klingen- und eben das Birkerbad. Aber zumindest in Bezug auf Letzteres muss man jetzt wohl sagen: Wenn es denn bleibt!

Bei der Lebenshilfe selbst ist man da nicht mehr so sicher. Und das hängt wiederum nicht allein mit den demnächst wahrscheinlich wegfallenden Förderungen für die Eissportler zusammen. Weil die verbleibenden Bäder in die städtische Beteiligungsgesellschaft übertragen werden sollen, wittert Witte noch zusätzliches Ungemach: "Vielleicht kommt so ja noch ein Kombibad durch die Hintertür."

Was jedoch, wie die Lebenshilfe stets betonte, ihre Wellnessbad-Pläne im Birkerbad kippen würde. Zumindest da kann Erster Beigeordneter Hartmut Hoferichter allerdings Entwarnung geben. "Das ist kein Thema", erklärte Hoferichter gestern. Und auch ansonsten ist er optimistisch, dass das Birkerbad bald in trockene Tücher kommt. "Nächste Woche machen wir mit der Lebenshilfe einen neuen Termin", kündigte Hoferichter an.

Einen Zeitrahmen für eine Einigung mochte er zwar noch nicht abstecken. Gleichzeitig betonte Hoferichter aber, beide, Lebenshilfe wie Stadt, hätten bei der Suche nach Sponsoren beziehungsweise der Akquise von Landesförderungen "gute Fortschritte gemacht".

(RP)