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Badminton: STC Blau-Weiß erteilt sich eine Selbstvorgabe

Badminton : STC Blau-Weiß erteilt sich eine Selbstvorgabe

Vier deutsche Spieler gehören zum zwölfköpfigen Kader des Badminton-Zweitligisten, diese sollen jedoch an jedem Spieltag antreten. Mittelfristig soll der Anteil weiter wachsen.

In Süddeutschland wäre Lutz Lichtenberg mit seiner Idee offene Türen eingerannt. Der Vorsitzende des STC Blau-Weiß Solingen hätte sogar auf den Antrag verzichten können, den der Verein gerade erst auf der Vollversammlung der Badminton-Bundesligen gestellt hat.

Während in der Zweiten Liga Süd schon seit geraumer Zeit fast ausschließlich deutsche Spieler zum Schläger greifen, hat in der Nord-Gruppe die Zahl der ausländischen Akteure kontinuierlich zugenommen. "Wir haben versucht, eine Diskussion anzustoßen, unsere Liga zu verdeutschen", sagt Lichtenberg. Auf einer Wellenlänge lagen die Solinger mit nur so wenigen Vereinsvertretern, dass der Antrag mehrheitlich abgelehnt wurde.

Dabei hat der STC Blau-Weiß in der Vergangenheit bei seiner Personalpolitik stets selbst mit einem extrem hohen Anteil von Ausländern gearbeitet. "Ansonsten wären kaum konkurrenzfähig gewesen." Lutz Lichtenberg führt zudem als Grund auf, dass deutsche Spieler häufig eine deutlich höhere Antrittsprämie oder Aufwandsentschädigung fordern. "Wenn ich zum gleichen Preis zwei gute Ausländer verpflichten kann, entscheide ich mich doch dafür." Der stark veränderte Solinger Kader für die am 8. September beginnende Zweitliga-Saison wird abermals dominiert von Akteuren aus Schottland und England sowie den Niederlanden und Belgien. Dazu ist es allerdings nur gekommen, weil nach einer schweren Verletzung des bereits unter Vertrag genommenen Lester Oey die Planungen noch einmal neu aufgerollt werden mussten.

Der niederländische Nationalspieler sollte bei den Blau-Weißen an Position eins alle 14 Begegnungen bestreiten. Einen Tag nach seiner Verpflichtung zog sich Oey einen Achillessehnenriss zu. Frühestens im neuen Jahr ist mit einem Einsatz des 24-Jährigen zu rechnen. Um diesen Ausfall aufzufangen, musste Lutz Lichtenberg zwangsläufig gegen sein Vorhaben verstoßen, auf Spieler zu setzen, die nicht mit hohem organisatorischen Aufwand eingeflogen werden müssen, sondern unproblematisch mit dem Auto anreisen können. Angus Gilmour oder Patrick MacHugh beispielsweise sind genauso wie Chloe Birch und Samantha Ward in erster Linie als Ersatz vorgesehen, wenn der eine oder andere Akteur aus dem festen Stamm nicht zur Verfügung steht.

"So relativiert sich ganz schnell die hohe Zahl an Ausländern in unserem Kader", zumal sich Lutz Lichtenberg an die Selbstvorgabe halten will, die Hälfte der Mannschaft an jedem Spieltag mit eigenen Akteuren zu bestücken. Ihren Stammplatz sicher haben Doppelspezialistin Laura Ufermann sowie Julien Gupta und Niclas Lohau. Matthias Kissing als Spitzenspieler des Regionalliga-Teams steht auf Abruf bereit.

"Unser Ziel bleibt weiterhin, die deutschen Spieler mittelfristig auf Bundesliga-Niveau zu bringen", sagt der STC-Chef. "Wenn es mit unserem Vorhaben in dieser Saison nicht zum Klassenerhalt reicht, dann ist die Zweite Liga halt nicht unsere Liga." Und trotzdem traut Lutz Lichtenberg seinem Team zu, den anvisierten sechsten Tabellenplatz zu realisieren — auch wenn darum wohl bis zum letzten Spieltag gezittert werden muss.

(RP)