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Bergischer Hc: Meschkes Sehnsucht nach ruhigen Zeiten

Bergischer Hc : Meschkes Sehnsucht nach ruhigen Zeiten

Rantasten an die Erste Liga, lautet das Prinzip des 22-jährigen Handballers Benjamin Meschke nach seinem Wechsel zum Bergischen HC. Ehrgeizig nimmt der Kreisläufer den Konkurrenzkampf auf seiner Position an.

Die letzten anderthalb Jahre hätte sich Benjamin Meschke gerne erspart. Als "Zigeunerleben" bezeichnet der 22-Jährige den unglücklichen Verlauf seiner noch jungen Karriere als Handballprofi, als er Magdeburg den Rücken kehrte. Seit seinem 15. Lebensjahr hat er hier das Sportgymnasium besucht und gelernt, schon früh auf eigenen Beinen zu stehen. "Ich glaube, dass die Entscheidung meiner Mutter damals schwerer gefallen ist, mich ans Internat ziehen zu lassen. Ich bin schließlich Einzelkind." Meschke ist davon überzeugt, dass ihm im Rückblick etwas fehlen würde, wenn er das Elternhaus im Voigtland nicht als Jugendlicher verlassen hätte.

Mit dem Abitur in der Tasche und beim SC Magdeburg mit reichlich Spielpraxis in der Zweiten Liga ausgestattet, suchte sich Benjamin Meschke nach zwei Jahren in der Sportfördergruppe der Bundeswehr eine neue Herausforderung. "In Rostock sollte eine junge Mannschaft mit Perspektive aufgebaut werden. Das hat sich gut angehört." Richtig Fuß gefasst hat der Kämpfertyp an der Ostsee allerdings nie. "Es hat einfach nicht gepasst, so dass ich die Option in meinem Vertrag genutzt habe und den Verein vorzeitig verlassen habe."

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Meschke folgte dem Ruf von Christian Prokop, unter dem er bereits in Magdeburg gespielt hatte. "Ich habe das Gefühl der Sicherheit gesucht. Bei ihm wusste ich, wo dran war." Beim Post SV Schwerin war er wieder die unangefochtene Nummer Eins am Kreis — und so trat er auch auf. Zu spüren bekam das unter anderem Max Weiß. Die heutigen Teamkollegen beim Bergischen HC lieferten sich ein derart intensives Duell am Kreis, dass sie am Ende gleichzeitig ihre dritte Zeitstrafe kassierten und mit Roter Karte disqualifiziert wurden. "Nach dem Spiel haben wir uns im Kabinentrakt abgeklatscht und uns gesagt: Das hat richtig Spaß gemacht." Der Kämpfertyp mag es, wenn es auf dem Handballfeld richtig zur Sache geht.

Auf den Umzug nach Schwerin hatte Benjamin Meschke sein Fernstudium der Betriebswissenschaft abgestimmt. "Ich bin deswegen ins Schleudern gekommen, als der Verein nach nur sechs Spieltagen Insolvenz anmeldete und ich zu Eintracht Hildesheim gewechselt bin." Einige bereits in Hamburg terminierten Prüfungen konnte er nicht einhalten. Das nahm er jedoch gerne in Kauf, weil er einer der wenigen Handballer aus dem Schweriner-Kader war, der gleich wieder einen Vertrag bei einem Zweitligisten bekommen hat — auch wenn dieser nur bis Ende der Saison datiert war. "Viele andere krebsen nur noch irgendwo in der Dritten Liga herum."

Nach dieser unruhigen Zeit hofft Benjamin Meschke nun, das Trikot des Bergischen HC sehr lange zu tragen. Aus diesem Grund hat er sich mit seiner französischen Bulldogge in Haan eine Wohnung mit kleinem Garten gesucht, in der er sich richtig wohlfühlt. "Nur dann habe ich auch die Muße, nach dem Training die Tasche beiseitezustellen und noch etwas fürs Studium zu tun."

Während der Vorbereitung hat der gebürtige Sachse schon zu spüren gekommen, was es heißt, bei einem ambitionierten Erstligisten unter Vertrag zu stehen. "Überall, wo ich war, hatte ich meinen Stammplatz sicher." Beim BHC habe er mit Max Weiß einen sehr guten Konkurrenten, und auch Stanko Sabljic präsentiere sich nach seiner Verletzung in glänzender Verfassung. "Mit dieser Situation muss ich umgehen lernen." Als zweitjüngster Spieler im Löwen-Kader glaubt Benjamin Meschke an seine Chance: "Ich will mich rantasten an die Erste Liga", sagt er. "Solange ich sehe, dass ich mich weiterentwickel und in regelmäßigen Abständen Erfolgserlebnisse kommen, ist alles in Ordnung."

(RP)