Eishockey : Andere gehen laufen

Interview Bei Andreas Jordan dreht sich Alles um Eishockey. Der Frauen- und Bambini-Trainer des EC Bergisch Land kümmert sich nun auch noch um die Männer-Mannschaft in der Regionalliga – vorübergehend.

Herr Jordan, bleibt Ihnen überhaupt noch Freizeit?

Jordan Das ist ja meine Freizeit, mein Hobby. Andere gehen laufen, ich trainiere Eishockey-Mannschaften.

Wie ist es denn dazu gekommen, dass Sie nun auch noch die Erste Mannschaft übernommen haben?

Jordan Als der eigentliche Trainer Jörg Mülstroh ein berufliches Angebot nicht ausschlagen konnte und der Verein deshalb händeringend nach einem neuen Coach gesucht hat, habe ich mich bereit erklärt. Übergangsweise werde ich die Aufgabe nun zusammen mit Tim Neuber und Falk Schnöring übernehmen. Der Verein muss nun nicht hektisch einen Nachfolger suchen.

Aber sie wollen wieder abgelöst werden.

Jordan Schon, ja. Ich habe schließlich eigentlich keine Zeit für ein drittes Team in meinem Terminplan – interessant wird es spätestens, wenn sich Spieltermine überschneiden. Trotzdem werde ich nun versuchen, die Mannschaft ruhig in die Saison zu geleiten.

Ihr Hauptanliegen bleiben also die Frauen und Bambini ?

Jordan So ist es. Mir geht es mehr um den Nachwuchs. Die erste Mannschaft verfügt zwar auch über einige Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen, doch der Hauptteil der Truppe setzt sich anders zusammen. Viele kommen von anderen Vereinen, um hier Regionalliga zu spielen.

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Trotzdem gehört das Team sicherlich nicht zu den Liga-Favoriten.

Jordan Das nicht. Aber ich denke, wir werden eine gute Mannschaft haben. Es kommt natürlich auf den Anspruch an. Mir ist es wichtig, in Solingen etwas mit jungen Spielern aufzubauen. Daher werden wir in dieser Saison bestimmt nicht um die ersten drei Plätze spielen.

Im vergangenen Jahr hat eine fast identisch besetzte Mannschaft in der Relegation nur eine Partie gewonnen.

Jordan Das hat mich auch sehr gewundert. Ich glaube nicht, dass wir in der kommenden Spielzeit nur verlieren. Ein paar Verstärkungen haben wir ja. Pierre Klein ist zum Beispiel wieder da. Aber wir brauchen nicht unbedingt zwei Kanadier, um in der Mitte gut mitschwimmen zu können.

Das Publikum würde David Stetch und Derek Picklyk natürlich gerne wiedersehen . . .

Jordan Auch jeder Trainer hätte die Beiden gerne. Man muss aber auch ehrlich sein: Entweder es gibt weiter Eishockey in Solingen mit günstigen Kadern – oder aber man kann es nicht finanzieren. Ich habe in Solingen jeden Konkurs mitgemacht. Das wollen wir einfach nicht mehr. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass es genügend Nachwuchsspieler gibt, die das Niveau haben, in der Regionalliga spielen zu können.

Wie lautet Ihr Saisonziel?

Jordan So genau weiß ich das gar nicht. Aber es geht nicht nur ums Gewinnen. Zuletzt habe ich mit den Bambini ein Vorbereitungsturnier in Köln gespielt. Als kleiner Solinger Verein fängt man sich dort auch mal 20 Tore. Es geht vor allem darum, Spaß zu haben. Wenn es mir gelingt zu vermitteln, dass der Sport einen weiterbringt, habe ich mein Ziel erreicht. Wenige fahren zur Olympiade, wenige werden Weltmeister. Auch die Anderen haben eine Daseinsberechtigung.

Abschließend Herr Jordan, wie sind Aussichten mit den Frauen in der Zweiten Liga Nord?

Jordan Auf unserer Mannschaftstour haben wir klar gesagt, dass wir den dritten Platz erreichen wollen. Noch ist das Team zu jung, um in die Erste Liga aufzusteigen. Die Leistungsträger sind zwischen 15 und 19 Jahren alt. Aber in fünf Jahren ist es vielleicht soweit, dass wir es in die erste Bundesliga schaffen können.

Thomas Rademacher führte das Gespräch

(RP)