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Sebastian Hinze, der Stimmungstöter

Sebastian Hinze, der Stimmungstöter

Der Kapitän des Handball-Zweitligisten Bergischer HC beförderte mit dem 24:20 die Fans der HR Ortenau zurück in ihre Sitze

Nur wenig Charme versprüht die neue Heimstätte des Handball-Zweitligisten HR Ortenau – mit den Stahltribünen, den antiquarischen Vorglüh-Halogenlampen sowie dem nach der B-WM im Jahr 1989 aus Straßburg eingekauften grünen Hallenboden. Die Ortenauhalle, eine der drei großen Offenburger Messehallen, wo schon einige denkwürdige Handball-Spiele über die Bühne gegangen sind, aber gewinnt durch ihre Akustik, die den tristen Flachbau ganz schnell in einen Hexenkessel verwandeln kann.

Es war die 47. Minute, als die Spieler des Bergischen HC einen kleinen Vorgeschmack davon bekamen, was sie sich in den Schlussminuten gerne erspart hätten. Alexander Oelze war soeben mit seinem Siebenmeter an Daniel Sdunek gescheitert. Wenige Sekunden später nutzte der Hallensprecher eine Spielunterbrechung, um die Anhänger der HR Ortenau zum Aufstehen zu animieren. Nur die rund 50 mitgereisten Löwen-Fans blieben in diesem Moment sitzen.

Unbeeindruckt arbeiteten die Bergischen in der Verteidigung, provozierten einen Ballverlust und leiteten daraufhin einen Tempogegenstoß ein. Sebastian Hinze wurde beim Abschluss zwar rüde attackiert, brachte den Ball aber trotzdem zum 24:20 unter. Sein „Tor des Tages“ war gleichzeitig ein Knopfdruck, mit dem der Stimmungstöter sämtliche Zuschauer wieder zurück in ihre Schalensitze beförderte.

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Wahrscheinlich hätten sich die HRO-Anhänger erst wieder nach Spielende erhoben, um sich auf den Nachhause-Weg zu machen – wenn nicht Matthias Ritschel seinerseits die Stimmung per Knopfdruck wieder eingeschaltet hätte. Der Schlussmann der neu gegründeten badischen Spielgemeinschaft hielt nacheinander die schwach geworfenen Siebenmeter von Jens Reinarz und Mathias Fuchs. Mit den Fingerspitzen verhinderte Ritschel anschließend auch noch, dass Jiri Vitek aus dem Feld das entscheidende 26:22 erzielen konnte. Die neu entfachte Stimmung, die Sebastian Hinze eigentlich schon gelöscht hatte, setzte bei den Ortenauern Kräfte frei, die dem Bergischen HC letztendlich den möglichen Auftaktsieg gekostet hat.

(RP)