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Handball: Kuriose Entscheidungen

Handball : Kuriose Entscheidungen

Vier Minuten lang standen die Schiedsrichter mit ihren Entscheidungen im Mittelpunkt. Weil die Handballerinnen des Regionalligisten HSV Gräfrath die Turbulenzen besser wegsteckten, siegten sie beim SV Königsborn mit 29:22.

Friederike Kuhfuß war sich keiner Schuld bewusst, als sie ihre Gegenspielerin attackierte. Daher schaute der Neuzugang des Frauen-Regionalligisten HSV Gräfrath auch verdutzt, als die Schiedsrichter sie mit ihrer zweiten Zeitstrafe vom Feld schickten. Die Unparteiischen hatten in diesem Moment verpasst, dass der Freiwurf an anderer Stelle bereits ausgeführt worden war und die Kreisläuferin keineswegs den vorgeschriebenen Abstand missachtet hatte. Es war nicht die einzige kuriose Maßnahme beim Spielstand von 15:15.

Ein paar Sekunden später ließen die Referees die Zeitnehmerin auswechseln. Der neue Mann am Tisch hatte mehr oder weniger gerade Platz genommen, als er signalisierte, dass Friederike Kuhfuß nach ihren Zwei Minuten zu früh aufs Feld zurück gekommen war – dabei war der Zeitstrafen-Zettel bereits von der Halterung entfernt worden. Erneut wurde Friederike Kuhfuß zu Unrecht bestraft, dieses Mal sogar mit der Roten Karte aufgrund ihrer dritten Zeitstrafe. Dass dann wenig später auch noch Julia Potthoff, der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des SV Königsborn, nach einem Foul an Angela Lenhardt mit einer überzogenen Roten Karte disqualifiziert wurde, war der Höhepunkt der Kuriositäten-Entscheidungen, die in diesen vier Minuten vom eigentlich Ziel eines Handball-Spiels abgelenkt hatten: dem Tore werfen.

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Die Solingerinnen waren es, die die Turbulenzen besser wegsteckten, durch Angela Lenhardt in Führung gingen (16:15) und diese über 20:17 bis auf 23:18 ausbauten. Sicher steuerte das Team von Trainerin Annekatrin Brzoskowski zum ersten Mal seit drei Jahren wieder einem Sieg am ersten Spieltag einer neuen Saison entgegen (29:22).

Sabine Nassenstein glänzt im Tor

Schon in der ersten Halbzeit hatte der HSV Gräfrath sein Leistungsvermögen angedeutet. Nach anfänglicher Nervosität auf beiden Seiten (10. / 3:3) stand zum einen die Solinger Deckung immer besser, und zum anderen brachte Torfrau Sabine Nassenstein die Königsborner Werferinnen mit ihren Paraden zur Verzweiflung. Angetrieben von einer überragenden Martina Koch im zentralen Rückraum erarbeiteten sich die Gäste bis zur 24. Minute einen Sechs-Tore-Vorsprung (10:4). Aufgrund ihrer Präsenz war die Spielmacherin im Vergleich zur Vorsaison kaum wiederzuerkennen. Weil die Konzentration nachließ, verkürzten die Gastgeberinnen nicht nur zur Pause (7:11), sie kamen vor den Turbulenzen auch zum Ausgleich.

(RP)