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Nach dem Hochwasser: Sparkasse Solingen legt Sonderkreditprogramm auf

Nach dem Hochwasser in Solingen : Sparkassen-Kreditprogramm für Flutopfer

Die Stadt-Sparkasse stellt zehn Millionen Euro zu null Prozent Zinsen bereit. Ferner wird das Geldinstitut für die Geschädigten spenden. Das Geschäftsjahr 2021 entwickelt sich positiv. Pläne für alte Hauptstelle werden konkretisiert.

Die Stadtsparkasse Solingen ist mit der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2021 durchaus zufrieden. So wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt knapp 300 Millionen Euro als Kreditzusagen gegeben, nachdem der Betrag im ganzen Jahr 2020 bei 467,8 Millionen gelegen hatte. Und auch auf anderen anderen Geschäftsfeldern wie zum Beispiel Immobilienvermittlungen und dem Wertpapierabsatz zeichnet sich im Gesamtjahresvergleich ein Plus ab.

Dementsprechend geht der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Stefan Grunwald, davon aus, dass das laufende Geschäftsjahr mit einem ähnlich positiven Ergebnis wie 2020 abgeschlossen werden kann und am Ende erneut vier Millionen Euro zur Ausschüttung stehen. So zeige die wirtschaftliche Entwicklung nach der Corona-Krise wieder nach oben, sagte Grunwald am Dienstag im Rahmen eines Pressegesprächs – und kündigte gleichzeitig an, die Sparkasse werde sich nun auch bei der Überwindung der Folgen nach der Hochwasserkatastrophe in der vergangenen Woche engagieren.

  • Foto: Peter Meuter / Solingen, Koelner
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Aus diesem Grund wird die Stadtparkasse ein Sonderkreditprogramm in Höhe von zunächst einmal zehn Millionen Euro auflegen. Von der Flut Betroffene aus Solingen haben in diesem Rahmen – unabhängig davon, ob sie bereits Sparkassen-Kunden sind – die Möglichkeit, bei einem Zins von null Prozent Beträge zwischen 2500 und 50.000 Euro aufzunehmen, wobei die Laufzeit der Kredite zehn Jahre beträgt.

Darüber hinaus wird die Sparkasse alle von Dienstag bis Sonntag eingehenden Spenden für die Flutopfer bei der Gerd-Kaimer-Bürgerstifung verdoppeln, wofür noch einmal ein Betrag von bis zu 100.000 Euro zur Verfügung steht. Und das Geldinstitut steht Geschädigten im zurzeit in Burg befindlichen Bauwagen der Stadt mit einer eigenen Mitarbeiterin beratend zur Seite.

„Dabei wurde schon in den ersten Tagen deutlich, dass die Probleme der Menschen nach dem Hochwasser sehr verschieden sind“, sagte Sparkassen-Chef Grunwald. So ginge es vielfach um Versicherungsfragen. Aber es gebe auch Menschen, die praktisch vor den Trümmern ihrer Existenz stünden und schnelle Hilfe benötigten. Grunwald: „Gerade als Sparkasse sind wir mit den Menschen in der Stadt verbunden und können Lösungen vor Ort entwickeln“.

Parallel arbeitet die Sparkasse an konzeptionellen Überlegungen, welche Nutzung für das Areal der Hauptstelle an der Kölner Straße nach dem für Ende 2023 geplanten Umzug in die neue Sparkassen-Zentrale am Neumarkt denkbar ist. Bis Ende dieses Jahres soll eine erste Analyse fertig sein. Fest steht, dass der Schwerpunkt auf dem Wohnungsbau liegen wird. Inwieweit beziehungsweise in welchem Verhältnis Miet- und Eigentumswohnungen entstehen, muss nun geklärt werden.

„Wir sprechen immerhin von rund 12.000 Quadratmetern Fläche, also einem kleinen innerstädtischen Quartier“, unterstrich Stefan Grunwald, der davon ausgeht, dass mit einer Bautätigkeit etwa ab 2025 zu rechnen ist. Insgesamt zeigte sich der Sparkassen-Chef, was die City angeht, optimistisch. Ziel müsse sein, mit anderen Projekten wie auf dem Kieserling- / Omega-Gelände ein attraktives Wohnumfeld zu schaffen.

Weiter sind die diesbezüglichen Anstrengungen schon in Ohligs. Die neue Sparkassen-Filiale am Markt sowie der Gesamtumbau des Globus-Hauses seien ein Erfolg. Und auch die Vermietung im neuen O-Quartier mache Fortschritte. Zurzeit sind 16 der 74 Sparkassen-Wohnungen dort vermietet. Der Quadratmeterpreis liegt bei elf bis zwölf Euro. Die Fertigstellung ist für Mitte 2022 geplant.