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Solingen: Familientradition an der Gerberstraße

Solingen : Familientradition an der Gerberstraße

Die Grundschule Gerberstraße ist Familie Rauh richtig ans Herz gewachsen. Kein Wunder: Schon Vater Thomas (41) ging hier zur Schule, die neunjährige Tochter Isabell besucht momentan die vierte Klasse, Söhnchen Christopher (6) wird nach den Sommerferien eingeschult. Das Sommerfest zum 275-jährigen Bestehen der Grundschule am vergangenen Wochenende gehörte damit schon fast zum familiären Pflichtprogramm.

"Es ist witzig zu sehen, dass sich am Altbau der Schule in all den Jahren so wenig verändert hat", schmunzelt Thomas Rauh, während er sich auf dem Schulhof der Gräfrather Grundschule umsieht. Von 1974 bis 1978 habe er hier die Schulbank gedrückt. "Ich kann mich noch an den einen oder anderen Lehrer erinnern. Manche davon haben auch noch meine Tochter unterrichtet", erzählt der Gräfrather. Mit vielen alten Klassenkameraden habe er noch – oder wieder – Kontakt. "Meine Kinder gehen heute mit den Kindern meiner alten Schulfreunde in die Schule oder den Kindergarten."

Gräfrath sei ein Stadtteil, in dem vor allem eines hochgehalten werde: "Die heile Welt." Die kleine Grundschule mitten im Ortskern mit ihren 255 Schülern sei ein Teil dieser heilen Welt. "Ich bin mir sicher, dass meine Kinder hier gut aufgehoben sind."

Die Beliebtheit der Schule zeige sich nicht zuletzt an der positiven Resonanz der vielen Besucher des Sommerfestes, die trotz kalten Regenwetters den Weg zur Gerberstraße gefunden hätten. "Das Fest wurde von Lehrern und Eltern sehr schön organisiert", findet Thomas Rauh. Tochter Isabell kann ihm da nur zustimmen. "Es gefällt mir richtig gut. Vor allem, dass so viele Menschen hier sind, dass alle glücklich sind und die Baustelle jetzt weg ist."

Ende der Platzprobleme in Sicht

Ende des Monats nämlich ist der Neubau der Grundschule fertig – und damit sind die permanenten Platzprobleme an der Gerberstraße erst einmal beseitigt. Lange profitieren können wird Isabell davon aber nicht: Nach den Sommerferien wechselt die Viertklässlerin auf die August-Dicke-Schule. "Ich bin schon traurig deswegen", gesteht das Mädchen. Dann führt Bruder Christopher die Familien-Tradition der Rauhs an der Grundschule Gerberstraße weiter.

"Nach dem Festakt am Morgen haben wir das Sommerfest mit verschiedenen Ausstellungen und Aktionen begonnen", erzählt Lehrerin Heidi Beese. Gemeinsam mit Kollegen und den Eltern der Schulkinder hätten sie das Fest vorbereitet. Selbst gebastelte Schmetterlinge verzierten das Gebäude. Der Schmetterling, so Beese, sei gewissermaßen das Symbol der Schule. "Er zeigt auf, wie sich Kinder entwickeln können." Auch viele ehemalige Schüler hätten das Jubiläum mitgefeiert. "Trotz des schlechten Wetters haben wir das Beste aus unserem Sommerfest gemacht", ist Beese überzeugt.

(RP)