Grevenbroicher Rechtsanwalt übernimmt Vorsitz: Elmar Klöter zieht sich aus dem Verband zurück

Grevenbroicher Rechtsanwalt übernimmt Vorsitz : Elmar Klöter zieht sich aus dem Verband zurück

"Relativ zielstrebig, nervenstark und ausgeglichen, manchmal impulsiv, aber vorwiegend rational." Lutz Bartsch bringt neben einer realistischen Selbsteinschätzung auch viel Engagement in sein neues Amt als Vorsitzender des Kreisreiterverbandes mit. Er löste Elmar Klöter, der seit 1968 das Amt inne hatte, ab und formuliert konkrete Ziele. Modernisierung heißt das Stichwort.

"Ich habe erst mal vor, dass der Verband etwas modernisiert wird", so Lutz Bartsch. "Die Satzung muss angepasst werden, der ganze Verband muss demokratischer strukturiert werden." Der Grevenbroicher Rechtsanwalt bringt Bewegung in den Kreisreiterverband. Veränderungen stehen an: So soll die Wahlperiode des Vorsitzenden von vier auf zwei Jahre verkürzt werden, "damit die Vereine Personalentscheidungen besser beeinflussen können." Dabei wird sein Aufgabenfeld besonders die Koordination der Reitturniere im Kreis umfassen.

"Die wesentliche Aufgabe des Kreisreiterverbandes ist die Ausrichtung der Kreismeisterschaft im Rahmen des Kreisturniers", so Lutz Bartsch. Dazu kommen die Organisation von Sichtungen, die Förderung der Aktiven durch Lehrgänge. Besonders wichtig für ihn: Die Unterstützung des Reitssports indem der Verband den Vereinen das Know-How, wie man an Fördermittel kommt, zur Verfügung stellt. "Ich habe ein ganz anderes Verständnis von der Arbeit als mein Vorgänger", so der 49-Jährige. "Ich verstehe meine Arbeit so, dass ich die Interessen des Kreisverbandes vertrete, die Wünsche der Vereine umsetze und anregend tätig zu sein."

Die Vereinsvorstände müssen sich auf Veränderungen gefasst machen. Lutz Bartsch: "Wir sind der Dachverband, und der ist nur so gut wie seine Mitglieder." Eine klare Erkenntnis, denn obwohl Neuss zu den zehn leistungsstärksten Kreisverbänden Deutschlands gehört, fehlt es an strikter Organisation und vor allem an großen, gut dotierten Turnieren, die Spitzenreiter aus dem Kreisgebiet und darüber hinaus anlocken. "Wir haben so viele Reiterinnen und Reiter mit den Leistungsklassen eins und zwei, sind extrem gut ausgestattet", so seine Meinung.

Bundesweit bekannte Aktive gibt es im Kreis genug, besonders im Juniorenbereich und bei den Jungen Reitern: Tim Hoster, Rebecca Golasch, Stephen Hilgers, die Brüder Frederik und Gilbert Tillmann bestimmen die Springszene über den Kreis Neuss hinaus. In der Dressur macht Marion Schleypen vom Neuss-Grefrather Reitclub als mehrfache Siegerin in der schwersten Klasse auf sich aufmerksam. Auch stehen derzeit viele, gute und erfahrene Trainer für die Ausbildung der Aktiven und ihrer Pferde zur Verfügung.

Keinesfalls zu vergessen die erfolgreichen Voltigierer aus Grimlinghausen. In Fachausschüssen soll nun die Förderung der einzelnen Sparten verstärkt einen Platz in der Vorstandsarbeit einnehmen. "Wir wollen, dass führende oder kompetente Leute aus dem Sport das übernehmen", konkretisiert Bartsch sein Vorhaben. "Alle sportlichen Entscheidungen sollen in den Ausschüssen vorgenommen werden." Die Obmänner der Ausschüsse stehen schon fest. Für den Springsport: Friedhelm Tillmann, Dressur: Renate Dahmen, Voltigieren: Agnes Wehrhahn, Fahren: Christoph Dehmut, Vielseitigkeit: Dr. Bernd Koenemann und Freizeit: Klaus Lohe.

"So stelle ich mir das zumindestens vor", sagt Lutz Bartsch. Er kann übrigens nicht nur theoretische Reitkenntnisse aufweisen, sondern hat selbst Erfahrungen im Sattel gesammelt: Bis Mitte der Achtziger Jahre sammelte er in M/B-Springen und Dressurprüfungen der Klasse L die ein oder andere goldene Schleife. Heute steht das Freizeitreiten auf dem immer vollen Terminkalender. "Reiten ist bei dem, was mir an Zeit für Hobbys geblieben ist, das Hobby Nummer eins", so der Reiter. "Außerdem betreibe ich Wassersport, ab und zu mal Segeln." Der in Datteln, Kreis Recklinghausen, Geborene wird im laufenden Jahr wohl Schwung in die Reiterszene bringen.

So schreckt er im Gegensatz zu seinem Vorgänger auch vor den neuen Medien wie dem Internet nicht zurück: "In Christoph Johnen haben wir einen Profi und Fachmann, was die technische Seite anbelangt. Die Internet-Präsenz muss verbessert werden." Momentan verwendet Lutz Bartsch viel Zeit auf die Suche von Sponsoren: "Nur so kommen wir an Preisgelder, die gute Reiter aus dem Kreis anziehen und den Verband, zum Beispiel beim Landesturnier, entsprechend vertreten können." Bei so viel Engagement müssen sich Ehefrau Regine, Jack Russel "Carrie" und Pferd "Georgie" mit dem Rest der kümmerlichen Freizeit des fast 50-Jährigen zufrieden geben. Ros

Mehr von RP ONLINE